Politischer Adventkalender: 14. Dezember

Die Arbeitswelt macht krank – insbesondere die der Beschäftigten im Gesundheitswesen. Sie verrichten eine höchst verantwortungsvolle Tätigkeit und stoßen dabei oft an die Grenzen ihrer körperlichen und seelischen Belastbarkeit. Experten zufolge fehlen in der EU im Jahr 2020 bis zu 600.000 Pflegekräfte. Die Folgen des Mangels werden oft zusätzlich auf den Schultern der Pflegebeschäftigten abgeladen. Burn-Out ist im Pflegebereich zur Berufserkrankung Nummer 1 geworden.

Auch die Bezahlung wird der hohen Verantwortung und Belastung der Pflege- und Gesundheitsberufe in keiner Weise gerecht. Niedrige Grundgehälter werden durch „willkürliche“ Zulagen aufgebessert und sind wie die Arbeitsbedingungen je nach Dienstgeber (Land, Gemeinde oder Privatverein) unterschiedlich geregelt. So bewegt sich die wöchentliche Arbeitszeit je nach Kollektivvertrag von 38 bis 40 Stunden. Oder, im Gegensatz zu den Pflege- und Gesundheitsbeschäftigten in den Krankenhäusern, erhalten jene der privaten Pflegeheime trotz sehr vieler Infektionsfälle (Aids, Hepatitis C, …) keine Infektions-Zulage.

Mit der GuKG-Novelle 2016 wurden neue Berufsbezeichnungen beschlossen und Berufsbilder und Kompetenzbereiche bundeseinheitlich geregelt. Ein Schritt in die richtige Richtung, der nächste logischer Schritt wäre, dass im Pflege- und Gesundheitsbereich endlich das Grundrecht auf gleiche Entlohnung für gleiche Arbeit umgesetzt wird und sich die Pflegebeschäftigten involvierten Gewerkschaften GPA-djp, GÖD, vida und younion, geschlossen einen einheitlichen Rahmen-Kollektivvertrag bei der Bezahlung, Arbeitsbedingungen und Arbeitszeit der Pflegebeschäftigten einsetzen.  Da Kollektivverträge und seine Erhöhungen im Gesetzesrang sind, muss die jährliche KV-Erhöhung auch fix garantierter Bestandteil der Finanzierung der Sozial- und Gesundheitsvereine durch die öffentliche Hand werden.

Zusätzlich müssen die Pflege- und Gesundheitsberufe in die besonderen Schutzmaßnahmen des Nachtschwerarbeitsgesetzes (NSchG) eingliedert werden und so die hohen körperlichen und seelischen Belastungen des Pflege- und Gesundheitsdienstes mit zusätzlichen Urlaub, Ruhepausen und vorzeitigen Pensionsantritt ausgeglichen werden.