25.11.2016, 17 Uhr: Kundgebung „StreetNoise befreit die Straßenkunst“

Ort folgt

Gegen das StreetNoiseOrchestra wurden in letzter Zeit mehrere Geldstrafen verhängt — wegen „Nichtanmelden einer Veranstaltung“. Diese Maßnahmen belasten uns und drohen unsere musikalischen Aktivitäten einzuschränken. Wir begreifen sie aber auch als Aufforderung, das Verständnis von Kunst im öffentlichen Raum jetzt offensiv zum Thema zu machen.

Wir haben unsere Darbietungen nicht angemeldet, da nach dem Tiroler Veranstaltungsgesetz 2. Abschnitt, § 4, Absatz 2, Punkt e: “Veranstaltungen im Rahmen des ortsüblichen Brauchtums und die Darbietung von Straßenkunst im ortsüblichen Umfang” keiner Anmeldung bedürfen. Es geht uns also nicht um die Missachtung von Regeln des Zusammenlebens, vielmehr wollen wir als StreetNoiseOrchestra im Rahmen geltenden Rechts und mit Rücksichtnahme auf die Interessen Aller musikalische Vielfalt in der Stadt verwirklichen.

Straßenkunst hat weltweit eine lange Tradition und wird mit Begeisterung von Stadtbewohner_innen und Besucher_innen angenommen, so auch in Innsbruck. Wir meinen: diese Form der öffentlichen, für Alle zugänglichen und eben auch spontanen Kunst gehört zum kulturellen Leben. Die Stadt mit ihren Plätzen gehört ihren Bürgern, nicht der von ihnen bestellten Verwaltung. Willkürliche Einschränkungen der verfassungsmäßigen Rechte auf kulturellen und politischen Ausdruck dürfen nicht hingenommen werden.

Spontane Kurzkonzerte verbreiten an lauen Abenden unter Bürger_innen und Tourist_innen gute Laune. Sie sind aber nach aktueller Gesetzeslage und unter der vorherrschenden Verwaltungspraxis in Innsbruck immer schwerer zu verwirklichen. Wir sind nicht damit einverstanden, dass seitens unserer Behörden unverhältnismäßig streng und ohne klare Rechtsgrundlage eingegriffen wird, während ja gar keine Notwendigkeit zur Unterbindung der Kunstausübung erkennbar ist. Künstler_innen-freundlichere Konzepte sind jetzt notwendig, um Innsbruck zu einer wirklich weltoffenen und bunten Stadt zu machen – auch auf der Straße und für alle zugänglich.