Ein JA um jeden Preis?

Wenn nichts mehr geht, dann mit Kindern werben – und NEIN, es ist nicht von den neuen SPÖ-Kern-Plakaten die Rede. Vor der Olympia-Diskussion im Tiroler ORF-Landesstudio wurden Kinder missbraucht um für die Olympia-Bewegung zu werben. Auf Geheiß von „Olympia2026 – Holen wir die Winterspiele heim„, der herrschenden Landes- und Stadtpolitik durften (mussten?) sie die ankommenden Besucher_innen mit „Ja zu Olympia, Ja zu Olympia, Ja zu Olympia“ skandieren.

Die Politik ist nervös, das zeigte auf darauffolgende Diskussion. Geht es nach ihr, muss unbedingt ein JA her. Hindernisse, wie bereits zwei negative Abstimmungen werden ignoriert, Gegner_innen und sind sie noch dazu Nichttiroler_innen einfach gemobbt. Die Bevölkerung wird mit Fake-News überschüttet. Dafür hat man sich sogar eine Machbarkeitsstudie organisiert. Der Tenor, das Beste für Tirol und das ohne Kosten für die Steuerzahler_innen. Und wirklich, die Studie weißt ein ausgeglichenes Budget aus. Dass die Studienkosten, die Werbekosten, die Abstimmungskosten, die Bewerbungskosten und die Sicherheitskosten untern Tisch fielen steht auf keinen Blatt des Papiers. Dass Olympische Winterspiele im Durchschnitt um über 150 Prozent teurer ausfielen als budgetiert ebenfalls.

Am 15. Oktober, mit den Nationalratswahlen findet die Volksbefragung über die Olympia-Bewerbung statt. Hintergrund für die Terminwahl: Die Olympiadiskussion soll den „KURZ-Scheiß“ überdüngen. Eine Suggestivfrage und eine breite Beteiligung soll die JA-Stimmen möglichst hoch ausfallen lassen. Und vor allem die unangenehme Olympia-Kosten-Diskussion soll im Landtags- und Innsbrucker Gemeinderatswahlkampf keine Rolle mehr spielen.

Ihr Pech, die Nolympia-Bewegung ist größer, breiter und bunter als sie erwartet haben. Und sie läuft und läuft und läuft für ein klares NEIN zu Olympia 2026. Und sie ist jetzt schon für den 16. Oktober gewappnet! „mehr Demokratie!startete beispielsweise eine Massen-VfGH-Beschwerde gegen manipulative Olympia-Volksbefragung (kann hier unterstützt werden). Aber auch in Innsbruck wird der Kampf gegen den Olympia-Wahnsinn nicht mit dem 15. beendet sein – deren Gemeindevertreter_innen können sich schon jetzt auf die Einleitung einer verbindlichen Volksabstimmung einstellen. Auch hier werden bereits die dafür notwendigen Unterschriften gesammelt.

Du willst mitmachen, dann komm einfach ins Treibhaus, wir treffen uns dort jeden Sonntag ab 17 Uhr.

Josef Stingl

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