Alles nur Zufall?

Die Ebola-Epidemie in Afrika hält die Menschheit im Atem. Täglich lesen wir von neuen Horrormeldungen. „Es ist beschämend, dass wir nach fast 40 Jahren noch immer kein Medikament und keinen Impfstoff gegen Ebola in der Hand haben“, sagte der Marburger Virologe Stephan Becker dem Nachrichtenmagazin FOCUS.

Doch es gibt Hoffnung:

Die von Kevin J. Whaley und Larry Zeitlin gegründete und sich in Privatbesitz befindliche Mapp Biopharmaceutical Inc. verriet, dass sie unter finanzkräftiger Mithilfe der US-Regierung ein Gegenmittel entwickelt habe. Das Problem dabei: es war bisher nur an wenigen Affen getestet und von der US-Lebensmittel- und Medikamentenbehörde FDA nur für klinische Tests zugelassen worden. Das heißt im Klartext, dass Versuchsreihen mit menschlichen Testpersonen noch gänzlich fehlen. Das Problem dabei ist allerdings, dass es dafür an einer ausreichenden Anzahl an Ebola-Infizierten und deren Zustimmung fehlt.

Angesichts des unerwarteten Ebola-Ausbruchs und hunderter Ebola-Toten hat die FDA die Beschränkungen für das Medikament teilweise aufgehoben und experimentelle Behandlungen in den USA erlaubt. US-Präsident Barack Obama kündigte an, dass die USA das Mittel weiter testen werde. „Wir müssen uns von der Wissenschaft leiten lassen“, antwortete Obama auf die Frage, ob das Mittel mehr Menschen verfügbar gemacht werden sollte. (Anzumerken ist dazu, dass in den USA diese genannte Wissenschaft von der privaten (Pharma)industrie beherrscht wird.)

Und es geht schnell voran: Stolz wurden bereits die Amerikaner Nancy Writebol und Kent Brantly präsentiert, die dank des „Wundermittels ZMapp“ ihre Ebola-Erkrankung besiegt haben. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden neben den beiden Amerikanern auch zwei Ärzte und eine Krankenschwester in Liberia mit „ZMapp“ behandelt, und zeigten daraufhin eine deutliche Verbesserung. Die WHO will jetzt zumindest prüfen, ob man das bisher nicht zugelassene Mittel unbürokratisch gegen die Epidemie einsetzen kann.

Welch glücklicher Zufall! Zumindest für den ZMapp-Entwickler. Der Weg bis zu einer regulären Zulassung wird doch so um einiges kostengünstiger und problemloser! Weniger Glück haben die an diesem Virus Erkrankten in Afrika. Die Mittel sind bisher noch teuer. Eine einzige Behandlungsdosis des sogenannten Antikörper-Cocktails kostet zehntausende Dollar. Und es gibt nur eine zu geringe Menge davon.

Bleiben die Fragen:

Wer trägt die Kosten für die benötigte Produktionsausweitung?
Wer zieht aus dieser Tragödie seine Vorteile?
und alles nur Zufall?