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Freitag, 03. September 2010, 21:36 Uhr

Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel...

Querdenker
von Josef Stingl
„Bedarfsorientierte Mindestsicherung“ oder „Bedingungsloses Grundeinkommen“ wo liegt der Unterschied? Einfach zusammengefasst ist die „Bedarfsorientierte Mindestsicherung“ eine Bittsteller-Sozialhilfe mit dem Grundsatz „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“ und das „Bedingungslose Grundeinkommen“ eine garantierte Existenzsicherung mit dem Grundsatz „Jeder Mensch hat Anspruch auf ein menschenwürdiges Leben“.

Österreichs Regierungsgranden haben sich für die „Bedarfsorientierte Mindestsicherung“ entschieden. Wem wundert`s, ist doch für unseren Finanzminister  Josef Pröll schon diese eine „Soziale Hängematte“ sollte der Mindestsicherungsbeitrag 14 Mal im Jahr ausbezahlt werden. Dazu kommt, waren die 100-Milliarden-Euro-Bankensicherung eine Angelegenheit für wenige Stunden, ist die Aufbringung der Mindestsicherungsmittel bereits ein Vieljahresprojekt – zuerst sollte sie ab 2009, dann ab 2010 und jetzt vielleicht ab 2011 gelten – und das für 780 Euro monatlich, 12 Mal im Jahr.  

 „Das neue Gesetz dient als Werkzeug, um ein soziales Netz zu spannen, das alle auffängt, die Hilfe brauchen“, meinte der Tiroler Soziallandesrat Gerhard Reheis im Rahmen eines Arbeitsgesprächs mit Sozialminister Rudolf Hundstorfer zur zukünftigen bundeseinheitlichen Sozialhilfe. Beide sozialdemokratischen Sozialpolitiker haben offensichtlich nicht ihre Hausaufgaben gemacht, denn wäre dies der Fall würden sie wissen dass „ihr Sozialbericht“ die Armutsgrenze bei 895 Euro, also monatlich um 115 Euro über ihrem Mindestsicherungssatz, festschreibt. 

So wird mit der jetzigen vorgeschlagenen Sozialhilferegelung Armut noch gesetzlich verfestigt – für viele wird es weiterhin heißen, „zum Leben zu wenig und für Sterben zu viel“ zu haben. Dazu wird aber auch eine zweite Klasse der Armutbetroffenen geschaffen. Jene die bei der Prüfung der Bedarfsorientierung durchfallen haben dann überhaupt keinen Sozialanspruch mehr – sie haben dann nur mehr das Recht still und leise zu krepieren. 

Menschlich? Nein, da erscheint mir bedingungsloses Grundeinkommen schon humaner, den für mich hat jeder Mensch ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben, bei dem er/sie am gesellschaftlichen Leben ohne Einschränkungen teilnehmen kann. Hier ein interessanter Beitrag von Radio FLO zu „Bedingungsloses Grundeinkommen vs. Bedarfsorientierte Mindestsicherung“: http://cba.fro.at/show.php?eintrag_id=13773 und ein Link zum Netzwerk Grundeinkommen: http://www.grundeinkommen.at/.

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Zum Leben zu viel zum Sterben zu wenig...
Autor: Anonymous am Mittwoch, 26. August 2009, 09:32 Uhr
Was soll die Jammerei? Es gibt genug Menschen die trotz 30 Jahre Arbeit nur 540.-¤ Rente haben und das interessiert niemanden!
Zum Leben zu wenig zum Sterben zu viel...
Autor: Josef Stingl am Mittwoch, 26. August 2009, 09:51 Uhr
genau darum geht es lieber pradler, ein bedingungsloses Grundeinkommen würde auch jenen PensionistInnen mit Pensionen unter der Existenzschwelle ein Altern in Würde sichern.

Zum Leben zu viel zum Sterben zu wenig...
Autor: robin am Mittwoch, 26. August 2009, 10:03 Uhr


Wessen Handschrift hier durchdringt, lässt sich sehr leicht erahnen !
Es geht hier hauptsächlich nur um die Bewahrung einer Geld-Spanne zu den Niedrigst-Einkommen, sprich Hungerlöhnen !

In Zeiten wie diesen, in denen ohnehin Arbeitsplätze weg radiert werden wie schmutzige Tintenflecke, und wo sogar diese -meist unzumutbaren- Lohnstellen auch schon rar geworden sind, kann man das Ergebnis der groß angekündigten "Mindestsicherung" als eine "nette" Geste von, auf Staatskosten voll-gefressenen Bonzen betrachten...

Leute, denen es sehr gut täte, die Wirklichkeit wieder von unten her zu realisieren - und vor allem verstehen zu lernen !


PS.:
Erstaunlich dabei ist nur Rolle der Vertreter jener Regierungspartei, die das "Soziale" auf ihre Fahnen geheftet hat, und sich in dieser Hinsicht mit Wahlversprechen profilierte !
Sie sind dadurch ( und wahrscheinlich NUR dadurch) einer schon vorprogrammierten Niederlage bei den letzten Nationalratswahlen entgangen !

Wir sind jedenfalls schon alle darauf gespannt, mit welchen Mitteln man versucht, bei den nächsten Wahlen eine abermals verlorene Glaubwürdigkeit und ein aschgraues Profil mundgerecht aufzubereiten !
-Sich nur auf den kleineren Koalitionspartner herausreden zu wollen, scheint gar etwas wenig zu sein - ebenso wenig wie diese Mindestsicherung ...


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robin