Aschermittwoch-Gedanken

Eigentlich schätze ich ihn – vor allem sein soziales Engagement für Flüchtlinge, Mindestsicherungs- und Notstandsbezieher_innen. Erst kürzlich bezeichnete er richtigerweise die Abschaffung der Notstandshilfe als „größten Sozialabbau in der Geschichte unseres Sozialstaates“.  Die Rede ist von Erich Fenninger.

Erich hat aber auch ein zweites Gesicht, jenes als Bundesgeschäftsführer von Volkshilfe Österreich. Mit diesem wird etwas anders agiert. Zuletzt zeigte er es bei den Gehaltsverhandlungen der Pflegebeschäftigten, ihre Gehaltsforderungen seien überzogen, ihre Interessensvertretung wenig kompetent.

„Mit der der 35-Stunden-Woche, einer sechsten Urlaubswoche, Zulagen für Pflegekräfte und Fachsozialbetreuer wäre das eine fünfzehnprozentige Kostensteigerung und bringe viele Organisationen in existentielle Schwierigkeiten“, so in einer Aussendung der Sozialwirtschaft Österreich, deren ebenfalls Fenninger vorsteht. Dass die derzeitigen, fast ausschließlich mit Teilzeit verbunden Gehälter viele „seiner Mitarbeiter_innen“ ebenfalls in existenzielle Schwierigkeiten bringen und dass viele „seiner Mitarbeiter“ durch die anstrengenden Arbeitsbedingungen ins Burnout getrieben werden spielt offensichtlich weniger Rolle.

Er hat natürlich recht, dass das Hauptproblem in den teilweise ungenügenden Rahmenbedingungen für soziale Arbeit in Österreich liegt und nur gemeinsam etwas erreicht werden kann. Aber deshalb weiterhin die schlechten Gehälter und noch schlechteren Arbeitsverhältnisse hinzunehmen ist falsch. Die unsoziale Förderungspolitik der Länder und des Bundes wurde schon viel zu lange am Rücken des Pflegepersonals ausgetragen.

In diesem Sinne, meine/unsere (Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB und AK – GLB) Solidarität den am kommenden Donnerstag und Freitag streikenden Pflegepersonal und viel Erfolg im Kampf um ihre Interessen.

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