Beitrag eines Tiroler Kommunisten

Egon Erwin Kisch, porträtierte die großen Veränderungen seiner Zeit. Als Berichterstatter aus dem Spanischen Bürgerkrieg veröffentlichte er 1938 die Geschichte des jungen Tiroler Kleinbauern Max Bair, der seine drei Kühe verkauft hatte, um gemeinsam mit drei Freunden zum bewaffneten Kampf an der Seite der Spanischen Republik zu ziehen.

Gleicher Max Bair hat auch Geschichte im Widerstand gegen die Nazis und zur Befreiung Österreich geschrieben: Am 23. November 1944 wandte sich im Namen österreichischer Kriegsgefangener und antifaschistischer Freiwilliger ein Komitee an den Hauptstab der nationalen Befreiungsarmee Sloweniens mit der Bitte, eine österreichische Einheit zu formieren. Diesem Komitee gehörte u.a. besagter Max Bair an.

Bereits tags darauf erfolgte die positive Antwort. Zum ersten Kommandanten des Bataillons wurde der Spanienkämpfer Max Bair bestellt. Er wurde Anfang Dezember 1944 Opfer eines Attentats und dabei mit einer Maschinenpistole schwer verwundet und vom ehemaligen Interbrigatisten Leopold Stancl abgelöst.

In Tirols offizeller Geschichtsschreibung wird Max Bairs Beitrag für ein freies Österreich weitgehendst ausgeblendet. Mehr noch, kurz nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde verboten, die Melodie der Tiroler Landeshymne mit anderem Text zu singen. Ein Hintergrund dafür, es gab mit der Melodie des „Andreas Hofer Liedes“ auch einen Text des steirischen Kommunisten und Mitglied der Partisanengruppe „Leoben-Donawitz“, das Partisanenlied „Bis Österreich frei von Schand‘!“ Dieses war „eine Art Hymne der österreichischen Partisanen mit dem Ziel der Aufrüttelung des „Österreichischen Gewissens“.

Zurück zu Max Bair: Einige Eckdaten des Tiroler Bauers, der durch Egon Erwin Kisch Bauerngeschichte den Weg in die Weltliteratur fand. Max Bair ist am 28. April 1917 in Puig, Matrei am Brenner geboren. Der Besuch der zweiklassigen Volksschule – mehr Zeit war für Bildung nicht als Sohn eines Kleinbauers. Man musste am Hof kräftig mitschuften.

Durch Bekannschaft mit politisch aktiven Arbeitern wurde er politisiert und verkaufte seiner wenigen Kühe und machte sich 1937 mit diesem Geld auf den Weg zu den spanischen Interbrigaden. Seine Motivation war der kritische Vergleich zwischen der harten Wirklichkeit des Lebens und den Prinzipien der Katholischen Religion, was keinesfalls übereinstimmte.

Nach den Jahren des Spanienkriegs, der UdSSR-Emigration und dem antifaschischischen Widerstandskampf wurde er KPÖ-Landessekretär in Tirol. Zwischenzeitlich besuchte der ehemalige Kleinbauer Max Bair mit der bis dahin fehlenden Bildungschance in Wien das Gymnasium und holte sein Abitur nach. Im Juni 1950 übersiedelte er in die DDR und schloss ein Studium als Diplomwirtschaftler ab und arbeite bis zur Pension in der Staatlichen Plankommission (SPK) – die letzten zehn Jahre als Leiter des Rechenzentrums.