Bilderberg? – Absage an die Veranstaltung der Reichen und Mächtigen!

Die Bilderberg-Konferenz 2015, die vom 10. bis zum 14. Juni im Interalpen-Hotel-Tyrol in Telfs-Buchen stattfinden wird, wird wohl von Protestveranstaltungen begleitet sein. Die KPÖ beteiligt sich selbstverständlich an der Allianz gegen die Bilderberg-Treffen.

Gründe, um gegen Bilderberg zu sein, gibt es genug. Einerseits die fehlende Transparenz, andererseits die Ausrichtung dieser Treffen. Man braucht kein Verschwörungstheoretiker sein, um davon auszugehen, dass bei diesen exklusiven Treffen die Interessen der Reichen und Mächtigen propagiert werden. Die Pappenheimer von Josef Ackermann, Christine Lagarde über Henry Kissinger bis zu Henri de Castris, der heuer die Einladungspolitik der Bilderbergkonferenz betreibt, kennen wir zur Genüge. Wenn sie die Ansichten und Meinungen, die sie in der Öffentlichkeit vertreten und welche immer auch mit einer gehörigen Portion von Ignoranz und Verachtung all denen gegenüber, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens gestrandet sind, einhergehen, auch bei dieser Konferenz vertreten (wovon natürlich auszugehen ist), dann ist das Grund genug, deutlich zu machen, dass wir es nicht kommentarlos hinnehmen wollen, dass diese Mächtigen sich hier einfach über uns unterhalten, ohne mit uns zu reden.

Bilderberg ist wohl keine Weltregierung und so exklusiv wie die Veranstaltung tut, ist sie auch nicht. Dergleichen gibt es zu viele. Ob sie nun Atlantik-Brücke, WEF oder G7 heißen, immer geht es darum, dass sich Eliten treffen und über uns reden ohne mit uns zu reden. Das Ergebnis dieser Gespräche ist eine Politik der vollendeten Tatsachen.

Es heißt, dass die Vertraulichkeitsregeln, die für die Bilderberg-Konferenz gelten, dazu diene, eine wirklich offene Diskussion zu ermöglichen. Man mag diese Argumentation aus der Perspektive der Mächtigen verstehen. Allerdings wird diese „Offenheit“ nur dadurch erreicht, dass Betroffene von diesem Diskurs ausgeschlossen werden. Denn die Mächtigen reden über Dinge, die uns alle unmittelbar betreffen. Das wäre eigentlich ein gutes Argument, dass auch alle den Diskurs und die Argumente nachvollziehen können auch Einfluss auf die Eintscheidungsfindung nehmen können.

Das BMI hält jedoch fest, dass wir dagegen demonstrieren dürfen, was angesichts der angeblichen Terrorgefahren ja schon fast einem Gnadenakt gleichkommt. Die 2000 Polizistinnen die am Einsatz teilnehmen werden, dienen angeblich (auch) unserer Sicherheit.

http://www.bmi.gv.at/cms/bmi/_news/bm…amp;view=1

Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob jemand aus dem Bündnis gegen Bilderberg beim BMI um Schutz für die Protestveranstaltung angefragt hat, gehe aber davon aus, dass das nicht der Fall gewesen ist. Es ist klar, dass die wesentliche Aufgabe der Polizistinnen die sein wird, die Sicherheit derer, die über uns alle reden wollen, ohne von uns dabei gestört zu werden, sicherzustellen. Dabei dürfen wir, d.h. diejenigen, über die die Bilderberger reden wollen, auch noch dafür bezahlen, dass die Bilderberger ihre Konferenz unbehelligt von den Bedürfnissen und Interessen der Mehrheit der Weltbevölkerung im Elfenbeinturm, der diesmal Interalpen-Hotel-Tyrol heißt, abhalten können.

Roland Steixner