Brennen für Olympia? – Jahrzehntelang!

Zweimal hat Innsbruck schon als Gastgeberstadt für die Olympischen Winterspiele gedient: 1964 und 1976. Im Februar 2026 soll es wieder so weit sein, wenn die Wünsche von Landes- und Stadtregierung in Erfüllung gehen. Damit die Tiroler_innen einer Bewerbung zustimmen, werden nun Versprechungen gemacht.Nicht mehr so gigantomanisch wie Sotschi und Peongchang sollen die Winterspiele werden, „nachhaltig“, „regional angepasst“ und „wirtschaftlich und ökologisch vertretbar“ soll das „selbstbewusste Angebot“ sein. Die Bewerbungskosten sollen angeblich 15 Millionen nicht übersteigen. Auf Basis der Agenda 2020 soll alles anders werden, alles ökologisch, ehrlich, versprochen! Eine „Machbarkeitsstudie“ wird uns vorgelegt, die zeigen soll, dass die Olympischen Winterspiele kostenneutral zu haben seien.

Eine Untersuchung der Universität Oxford belegt, dass Olympische Spiele die riskanteste und teuerste Investition ist, die die öffentliche Hand anstrengen kann.

Dass die Agenda 2020 mitnichten alles anders machen wird, ist allein anhand einer einzigen Tatsache ersichtlich: Die Agenda 2020 empfiehlt eine Beschränkung der Anzahl der Athlet_innen auf 2900. An den Winterspielen 1976 nahmen 1128 Athlet_innen teil. Bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi waren es 2861.

Uns wird erzählt, dass wir billig ein „selbstbewusstes Angebot“ legen könnten und mit weniger als 15 Millionen Euro Bewerbungskosten auskämen. Warum will Sion umgerechnet 20 Millionen Euro auf den Tisch legen? Graubünden hätte die gleiche Summe locker gemacht, wenn die Bevölkerung dem Wunsch der Politik nachgegeben hätte.

Die Machbarkeitsstudie weist das OCOG Budget aus als kostenneutral. Mit dieser Kalkulation soll die Bevölkerung hypnotisiert werden. Der Taschenspielertrick liegt aber darin, dass sich die Mehrkosten, die die öffentliche Hand zu tragen hat, im Non-OCOG Budget verbergen. Die Mär von den „kostenneutralen Spielen“ ist alt und wurde jedes Mal gründlich widerlegt.

Es gibt also keinen Grund, anzunehmen, dass es diesmal anders sei und dass nicht die Bevölkerung auf den Kosten sitzen bleibe, während sich einige Wenige goldene Nasen verdienen.

Um sicher zu gehen, sollten wir das Flämmchen, das LH Platter und BGM Oppitz-Plörer entfachen wollen, rasch zu löschen, ehe wir alle am Ende noch Jahrzehnte lang für Olympia brennen. Daher am 15. Oktober Nein zu Olympia!

Roland Steixner
(KPÖ PLUS-Spitzenkandidat für Innsbruck Stadt)

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