Diese 4 Länder zeigen, dass der Mindestlohn keine Arbeitsplätze vernichtet

Die Regierung plant einen Mindestlohn von 1.500 Euro bis Sommer 2017. Seit das Vorhaben bekannt ist, überschlagen sich industrienahe Think Tanks wie EcoAustria und Agenda Austria mit drastischen Prognosen: Der Mindestlohn würde zu einer Verlagerung von Arbeitsplätzen ins billige Ausland führen, Investitionen unattraktiver machen und Preise erhöhen. Ähnlich drastische Prognosen gab es auch in Deutschland vor der Einführung des Mindestlohns vor zwei Jahren – keine davon hat sich bewahrheitet. Die einzig empirisch belegte Folge eines Mindestlohns ist, dass die Löhne im Niedriglohnbereich steigen.

Hier sind vier Beispiele, die zeigen, welche Wirkungen der Mindestlohn hat – die Vernichtung von Arbeitsplätzen ist keiner davon:

1 . Deutschland: Das Beispiel Deutschland zeigt, wie Mindestlöhne sowohl den ArbeitnehmerInnen als auch der Wirtschaft zugutekommen. In zahlreichen Niedriglohnsektoren hat der Mindestlohn zu erheblichen Lohnsteigerungen geführt. Gleichzeitig liegt die deutsche Arbeitslosigkeit auf einem Rekordtief – und das vor allem, weil höhere Löhne die private Konsumnachfrage angekurbelt haben. Im Vorfeld wurde jedoch vor einem Verlust von 900.000 Arbeitsplätzen gewarnt.

2. Großbritannien: Auch hier hat der Mindestlohnentgegen den Erwartungen großer Teile der Wirtschaftsforscher – zu steigenden Löhnen geführt. Die Beschäftigungschancen für Niedrigqualifizierte haben sich jedoch nicht verschlechtert.

3. USA: Vergleiche zwischen US-Bundesstaaten mit Mindestlohn und jenen ohne haben gezeigt: Mindestlöhne haben deutlich positive Effekte auf Löhne im Niedriglohnbereich und verlängern die Beschäftigungsdauer deutlich. Mittlerweile scheint es Konsens in den USA zu sein, dass höhere Mindestlöhne keine negativen Beschäftigungseffekte mit sich bringen, aber dafür die Lohnungleichheit reduzieren.

4. Ungarn hat seine Mindestlöhne bis 2011 massiv angehoben: Und zwar von 35 Prozent des Medianlohns auf 55 Prozent. Selbst diese starke Erhöhung hatte nur äußerst geringe Effekte auf die Beschäftigungslage, dafür aber enorm starke Wirkung auf die Lohnhöhe.

Quelle:  auf kontrast-blog.at