Dividendenmillionen kosten hunderte von Jobs

Luxus ist das Seine: Teure Autos, Yachten und Privatjet gehören einfach dazu, genauso wie „steuersparen“ in Luxemburg und eine Verurteilung wegen Korruption. Sorry, im Fachjargon heißt es“verbotene Intervention“ (klingt gleich viel positiver). Die Rede ist vom achtreichsten Österreicher, dem Tiroler René Benko. Geld spielt für ihn keine Rolle. Seine Immobilienfirma Signa bereichert heuer ihm, seine Familie und die Investor_innen um 120,4 Millionen Euro.  Die Hälfte davon bekommt alleine Benko samt Familie.

Leicht verdientes Geld: Seine Masche, marode Kaufhausketten aufkaufen und durch Standortschließungen und großzügigen Personalabbau „gesundsparen“. Erprobt hat er sein Erfolgskonzept bei Karstadt in Deutschland. Damals hat Benkos Sigma die kriselnde Handelskette zu einem günstigen Preis übernommen und gleich einmal ein Fünftel der Beschäftigten gefeuert.

Jetzt testet er sein geldbringendes Spiel in seinem Heimatland. Im Juni 2018 hat Benko die Möbelkette Leiner/KIKA für rund 450 Millionen Euro übernommen. Sein prominenter Helfer dabei, Bundeskanzler Sebastian Kurz. Für dessen Hilfe gab’s als Dank zwei Monate Schonfrist, in denen sich der schwarz-türkise Kanzler als Retter von 5.000 Arbeitsplätzen aufplustern durfte.

Aber alles hat einmal ein End! Mit dem Leiner/kika-Deal muss Kohle eingefahren werden. Daher aus mit der Arbeitsplatzsicherung und für 1.120 Beschäftigte der Tritt in den Arsch. Überdies werden vier Standorte geschlossen und die dann leerstehenden Immobilien sicherlich gewinnbringend verwertet. Denn auch 2018 erwarten sich Investor_innen, Aktionär_innen und selbstverständlich auch Benko samt Familie kräftige Dividendenzahlungen auf ihre steuerschonenden Konten. Ein paar hundert Arbeitslose sind da leicht vernachlässigbar, sie kosten ja dann nur mehr einen Sozialplan und danach löhnt das AMS weiter.

Auch für die Zukunft muss sich die feine Gesellschaft rund um Benko keine Sorgen machen. Nach der Übernahme von Karstadt in Deutschland und kika/Leiner in Österreich dürfte Benko bald auch die deutsche Warenhauskette Kaufhof gehören. Und sicherlich werden wieder einige hundert Beschäftigte dafür mit ihrem Arbeitsplatz bezahlen und Benko als Sanierungswunderwuzzi hochgefeiert..

Josef Stingl