Do&Co: Hui oder Pfui?

Wieder einmal arbeitsrechtlicher Wirbel bei Attilas Doğudan Do&Co-Tochter „Henry am Zug“. „Tägliche Arbeitszeiten bis zu 17 Stunden“  und „die Nichteinhaltung von Ruhezeiten“ wirft die Arbeiterkammer Wien dem Bordrestaurant-Betreiber vor.

Am Montag waren die Vorwürfe am Wiener Arbeits- und Sozialgericht Grundlage einer Gerichtsverhandlung. Henry-Beschäftigte beklagten, dass ihnen Pausen und Ruhezeiten sowohl bei der Abhaltung, als auch bei der Bezahlung vorenthalten wurden. Und jene, die diese in Anspruch nehmen wollten, bleib meist nur ein (geheimes) verlängertes Plätzchen am „stillen Örtchen“ um sich auszuruhen oder ungestört Mahlzeiten zu können.

Laut Arbeitszeitgesetz ist nach Beendigung der Tagesarbeitszeit eine Ruhezeit von 11 Stunden einzuhalten, die laut Gastronomie-Kollektivvertrag auf 10 Stunden herabgesetzt werden kann. Aber selbst diese gesetzliche garantierte Ruhezeit zwischen Arbeitsende und nächsten Arbeitsbeginn war bei Do&Co nicht selbstverständlich. Eine ehemalige Mitarbeiterin: „Wenn wir um 24 Uhr in Innsbruck ankamen, hatten wir oft schon um 4 Uhr früh wieder Dienstbeginn!“ Und bei Verspätungen verkürzte sich diese „Henry-Sonderbehandlung“ noch zusätzlich.

Das Wiener Arbeits- und Sozialgericht sprach den Betroffenen in erster Instanz den fehlende Lohn für die langen Arbeitszeiten und vorenthaltenen Pausen zu. Für Henry am Zug-Besitzer Doğudan ein Unding, er hat gegen dieses Urteil berufen. Ihm sei ins Stammbuch geschrieben: Dein Busenfreund Niki Lauda wirbt mit: „Ich habe nichts zu verschenken“.

Wir (Lohnabhängige) haben aber schon gar nichts zum Verschenken!

Josef Stingl

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