Ein zu geringer Lohn kann keine Lösung sein

Teurere Endprodukte, damit haben die heimischen Obst- und Gemüsebauern die von der Regierung ins Auge gefasste Erhöhung der kollektivvertraglichen Mindestlöhne auf 1.500 Euro quittiert. Von Preissteigerungen bis zu 17 Prozent war die Rede, würde der Mindestlohn sofort und auf einmal umgesetzt werden. Zur Erinnerung: Die Sozialpartner haben ja bis Ende Juni Zeit, um die Themen Arbeitszeitflexibilisierung und Mindestlöhne zu verhandeln. Kommen diese Verhandlungen zu keinem Ergebnis, will die Regierung selbst tätig werden.

Rund 10.000 Personen arbeiten im Obst- und Gemüsebau in Österreich. Der Mindestlohn variiert je nach Bundesland und liegt in NÖ bei 1.267 Euro. Das ist nicht viel. Die Gewerkschaft hat ohnehin bereits versichert, dass der Mindestlohn nur schrittweise über mehrere Jahre erhöht werden soll. Die Betriebe werden also nicht Knall auf Fall belastet.

Natürlich, die Branche der Obst- und Gemüsebauern ist eine geprüfte – Dürre und Frost haben ihr besonders heuer zugesetzt. Deswegen macht es auch Sinn, der Branche unter die Arme zu greifen. Aber nicht, indem die Kollektivverträge nicht auf dieses Mindestmaß von 1.500 Euro angehoben werden. Die Arbeitnehmer der unteren Lohnniveaus dürfen nicht weiter zur Kasse gebeten werden.

Quelle: NÖN