Reicht hinten und vorne nicht…

Tiroler Einkommen und Lebenshaltungskosten werden in schöner Regelmäßigkeit zum Zankapfel der Politik. Hört man sich in der Bevölkerung um, hört man oft, „Es reicht HINTEN und VORNE nicht mehr!“

Das HINTEN und VORNE der Redensart fasst gut das Problem der Tiroler_innen zusammen. Tirols Median-Bruttomonatseinkommen (50 Prozent verdienen weniger, und 50 Prozent verdienen mehr als diese Summe) liegt bei knapp über 2000 Euro (14x im Jahr). Damit liegt das „heilige Land“ weit HINTEN im Bundesländer-Ranking.

josefEinst meinte der vergötterte Eduard Wallnöfer zum Bau des Tunnels zwischen den Nachbarn Tirol und Vorarlberg: „Was Gott durch einen Berg getrennt hat, soll der Mensch nicht durch ein Loch verbinden.“ Wer heute durch das Bergloch blickt, bemerkt, dass unsere Bundeslandnachbar_innen monatlich 220 Euro mehr als wir verdienen und sich damit als „Einkommens-Staatsmeister“ rühmen dürfen. Müsste da heute nicht „Klein-Wallnöfer Platter“, das Niederreißen des Arlbergs verlangen?

GrafikÜbrigens, hinter uns ist bei den Einkommen nur noch das Burgenland zu finden, wo allerdings auch die Lebenshaltungskosten deutlich niedriger sind als bei uns. Ein guter Übergang, denn wir können „Stolz“ sein: Bei den Lebenshaltungskosten liegt Tirol als Spitzenreiter weit VORNE!

Doch Vorsicht, der Spitzenplatz trügt! Hohe Lebenshaltungskosten gepaart mit niedrigen Löhnen und Gehältern wirken sich negativ auf die Kaufkraft aus. Und hier sind wir schon wieder in den hinteren Reihen zu finden. Bei der Kaufkraft je Einwohner am letzten Platz, bei der Kaufkraft je Haushalt „ein bisschen Besser“ in der hinteren Hälfte.

Wem verwundert‘s da noch, dass in Tirol die Redewendung „Es reicht HINTEN und VORNE nicht mehr!“ überdurchschnittlich „strapaziert“ wird? Naturgemäß der Landesregierung und der Wirtschaftskammer, die lt. Analyse des TT-Journalisten Alois Varhmer „einst schon andere Statistiken (ist bis heute nicht geschehen) oder gar ein ‚Ungeheuer  von Loch Ness‘ ausgemacht haben wollen“.