Film: „Lampedusa im Winter“ – Premiere im Leokino mit Regiesseur

lampedusaDie Premiere mit Regisseur Jakob Brossmann Ist am Dienstag den 3. Nov um 20.10 uhr in leokino.

Mehr infos: http://www.leokino.at/index.php?disp=film&fid=F13630

Premiere Regisseur Jakob Brossmann zu Gast

Di 03.11. um 20.10 Uhr im Leokino 2

 

Filmstart

Fr 06.11. um 21.30 Uhr im Cinematograph

 

Die italienische Insel, 110 Kilometer vor der tunesischen Küste gelegen und häufig das erste Ziel für afrikanische Flüchtlinge, die Europa erreichen wollen, ist im Winter ein besonders tristes Terrain. Die Do­­kumentation zeigt in hoher Verdichtung eine klaus­trophobische Situation in einer kontaminierten geopolitischen Zo­­ne: Die Einwohner von Lampedusa sind überfordert vom permanenten Andrang und von einer allgemeinen Mangelsituation, die Asylsuchenden wiederum käm­pfen verzweifelt um ihr Recht und ihre Würde.

Gleich zu Beginn des Films scheint es wieder soweit: Nach einem nächtlichen Notruf von einem leckgeschlagenen Boot mit 300 Men­schen an Bord kreuzt die Küstenwache einen Tag und eine Nacht vor Lampedusa – ohne eine Spur zu finden. Später untersucht die Sozial­arbeiterin Paola ein angeschwemmtes Wrack und sammelt Habselig­keiten ein – hier ein Tagebuch, da ein Babyfläschchen. Vieles kommt in ein eigenes Museum, das auf reges Interesse der Medien stößt – mehr als die Flüchtlinge selber.

„Wir sind die einzigen, die um sie trauern”, sagt Bürgermeisterin Giu­si Nicolini, die sich verzweifelt um EU-Unterstützung bemüht. Das ist nicht ihr einziges Problem: Die Fähre, die die Insel mit Sizilien verbindet, ist abgebrannt. Und die neue ist älter als die alte. Nur drei Lastwagen fasst sie, zu wenig, um neben dem Abfall auch den Fang der örtlichen Fischer nach Sizilien zu transportieren. Also streiken die Fischer und hindern die Fähre am Einlaufen. Gleichzeitig fordern 25 Flüchtlinge, die seit drei Monaten auf Lampedusa festsitzen, ihren Weitertransport. (nach: viennale.at; kleinezeitung.at; unimag.at)

Jakob Brossmann: „Man muss eine Form der Solidarität finden, die uns EuropäerInnen und die Ankommenden in einem Bild vereint. Es ist ein Film darüber, wie die Ränder Europas mit den Problemen alleine gelassen werden – und darüber, wie gelebte Solidarität und mensch­­liche Begegnung eine Antwort darauf sein könnten.”

Österreich/Italien/CH 2015; Regie: Jakob Brossmann; Kamera: Serafin Spit­zer, Christian Flatzek; Schnitt: Nela Märki; Ton: Maximilian Liebich, Axel Traun, Jakob Brossmann; (DCP; 1:1,85; Farbe; 93min; italienische ORIGINAL­FASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).