Ganze Talschaft ohne Post und die späte Erkenntnis eines Bürgermeisters

Seit Montag (4.11.) gibt es im ganzen Tiroler Tannheimer Tal (Bezirk Reutte) nicht einmal mehr einen „Postpartner“ – „der nächste offizielle Postort ist nun jedenfalls Reutte“, wie der Pressesprecher der Post, Michael Homola, gegenüber der „Tiroler Tageszeitung“ ungerührt feststellt.

Das bedeutet z.B. für die Bevölkerung von Jungholz einen Weg von bis zu 100 km hin und zurück, nur weil jemand bei der Zustellung nicht angetroffen wurde. Zuletzt gab es noch einen „Postpartner“ im 20 km entfernten Tannheim, dieser hat aber den Vertrag mit 1. November gekündigt.

Tannheims Bürgermeister Markus Eberle kommt daher zur späten Erkenntnis: „Das Problem ist doch die Privatisierung der Post schlechthin. Das hätte nie passieren dürfen“. Zudem „hält der Staat immer noch 50 % an der Post, betreibt die Ausdünnung am Land also selbst mit und lässt sich Dividenden ausschütten“.

Robert Hobek, Vorsitzender des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB) in der Postgewerkschaft, kann dem nur beipflichten: „Diese Zustände sind unhaltbar. Zugunsten höherer Dividenden wird bei der Post auf Kosten der Beschäftigten und Kund_innen gespart. Wir haben uns immer gegen die Privatisierung und den Börsegang der Post ausgesprochen und verlangen endlich die Rückführung der Post in öffentliches Eigentum sowie deren verfassungsmäßigen Schutz“.