Gelähmte Gewerkschaft

Seit Freitag wurde intensiv verhandelt, zur „Rettung der Koalition“. Die Sozialpartner_innen waren miteinbezogen. Aber auch andere Meldungen kursierten am Wochenende:

Erstens: Fellners „Österreich“-Sender oe24.tv hat den bisherigen Chef vom Dienst, Janos Fehervary, gekündigt. Grund ist laut Fehervary, dass er einen Betriebsrat gründen wollte, wofür er nach eigenen Angaben bereits 35 Unterstützer_innen gehabt habe. Nur eine halbe Stunde nach seinem Versuch der Betriebsratsgründung sei die Kündigung ausgesprochen und er vom Dienst freigestellt worden.

Natürlich lt. Fellner, alles die Unwahrheit, die Kündigung sei aus rein wirtschaftlichen Gründen erfolgt. Hat nicht ähnliches „Red Bull“-Boss Mateschitz als erste Begründung für die Generalkündigung bei „servus.tv“ verkündet, um später öffentlich zuzugeben, dass ihm die Gründung eines Betriebsrates ein Dorn im Auge sei?

Und die Gewerkschaftsverantwortlichen, sie schweigen! Aber ihr Herangehen an das damalige „Salzburger Problem“ war ja ebenfalls nicht gerade weltberühmt!

Zweitens: Ganz offen droht die Lufthansa ihren Pilot_innen bei der laufenden Schlichtung über die Höhe des Tarifabschlusses. Neu ankommende, eigentlich für Lufthansa vorgesehene Jets könnten in andere Konzerngesellschaften integriert werden, in denen der Kollektivvertrag der Vereinigung Cockpit (VC) nicht gelte, „warnte“ Vorstandsmitglied Harry Hohmeister. Kurzfristig könne das über die Lufthansa-Töchter AUA und Swiss geschehen. „Man kann aber auch über eine Lufthansa-nahe Neugründung nachdenken. Als mögliche Größe einer neuen Firma nannte er 30 bis 40 Maschinen.

Und die Gewerkschaftsverantwortlichen, sie schweigen! Bis jetzt keine Solidaritätsbekundung, oder gar Ankündigung, den Arbeitskampf der deutschen Kolleg_innen im österreichischen Teil des Unternehmens aktiv zu unterstützen.

Aber der Gewerkschaftsbosse Funkstille muss verziehen werden. Waren sie doch überlastet: Staatstragend mit der „Rettung der Koalition“ und gewerkschaftstragend mit der Abwehr eines „gesetzlichen Mindestlohns“!