Georg Willi grüner Bürgermeister im 2. Anlauf

Es ist fix: Christine Oppitz-Plörer wurde heute als Bürgermeisterin von Innsbruck abgewählt. Nach dem zweiten Anlauf heißt der neue Innsbrucker Bürgermeister Georg Willi. Er ist somit der erste grüne Bürgermeister einer Landeshauptstadt. Konkret kann er 52,9 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Wenig berauschend war die Wahlbeteiligung. Nicht einmal 44 Prozent (43,74%) der Wahlberechtigten fanden den Weg zur Wahlurne.

Die scheidende Bürgermeisterin Oppitz-Plörer (COP) hat dem neuen Bürgermeister bereits gratuliert. Ihr Stichwahl-Konzept die „bürgerlichen“ Stimmen zu sammeln und sich dafür mit dem Innsbrucker FPÖ-OberCOP Rudolf Federspiel ins Bett zu legen ist nicht aufgegangen. Eine knappe Mehrheit der Innsbrucker Wähler_innen hat diesem Ansinnen eine Absage gegeben.

Sieger Georg Willi ist allerdings auch kein leuchtender linker Hoffnungsschimmer. Willi, ebenfalls ein Bürgerlicher,  war in Innsbruck von 1989 bis 1994 Gemeinderat für die Vereinten Grünen. Er gilt als weltoffener Mensch mit interessanten demokratie- umwelt- und sozialpolitischen Ansatz. So wurde von Innsbruck aus die Einigung zwischen den Vereinten Grünen und der Grünen Alternative vorangetrieben. Bei der Tiroler Landtagswahl 2008 war er eine treibende Kraft, dass alle Grünen Landtagsabgeordneten mit je einer Abgeordnetenunterschrift in jedem Wahlkreis die Kandidatur der KPÖ erleichterten.

Jetzt wird sich zeigen, ob Willi das hält, was er verspricht: Denn die Wähler_innen haben gezeigt was sie nicht wollen, nämlich welch immer geartete  COPs. Weder als Bürgermeisterin noch als blaue Hardcore-Sherifs. Bleibt also Innsbruck unter dem grünen Willi ebenfalls eine Verbotsstadt oder schafft er es diesem Image mit der Auflösung des Bettler_innen-, des Obdachlosen-Innenstadt-Schlaf- und des außerhalb der gastgarten verordneten Alkoholverbots entgegen zu treten?

Ich ebenfalls, hoffe darauf, auch wenn dann ein Herzinfarkt Federspiels zu befürchten ist. Zur Klarstellung, einen solche wünsche ich allerdings auch einen Rudi-Cop nicht….

Josef Stingl

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.