Gewerkschaften machen gegen die Arbeitsmarktreform mobil

Bereits am vergangenen Montag, dem Tag nach der zweiten Runde der Parlamentswahl, hat der „Front Social“ – ein Zusammenschluss mehrerer linker Vereinigungen unter Führung der ehemals kommunistischen Gewerkschaft CGT – zu einem ersten großen Protest gegen Macrons geplante Arbeitsmarktreform aufgerufen. Und landesweit gingen insgesamt rund 20.000 Menschen auf die Straße. „Wir pfeifen auf die Wahlen“, skandierten etwa die rund 500 Demonstranten in Lyon. „Wir sind es, die arbeiten. Wir entscheiden auch.“

Macron will nämlich rasch handeln und den normalerweise ruhigen Sommer dazu nutzen, das umstrittene Gesetz per Dekret durchzubringen. Führende Gewerkschafter haben aber erklärt, dass diese Reform auf keinen Fall durchgehen werde, und bereiten Protesttage, Streiks und weitere Demonstrationen vor.

Im vergangenen Jahr sorgte schon eine landesweite Protestwelle für eine Abmilderung des Arbeitsgesetzes der Regierung Hollande – jenes Gesetzes, das Macron nun in seiner ursprünglichen Fassung verabschieden möchte. Unter anderem soll dieses Gesetz Arbeitgebern erleichtern, Arbeitnehmer einzustellen, aber auch zu entlassen.

Die Aktion der Gewerkschaften am Beginn der Woche war wohl nur ein Vorgeschmack darauf, was Frankreich bzw. Emmanuel Macron in den nächsten Monaten bevorstehen könnte.

Quelle: Vorarlberger Nachrichten