Gewerkschaftlicher Linksblock fordert Urabstimmung zum KV-Abschluss

Für den heutigen 27. Februar waren Streiks im Gesundheits- und Sozialbereich geplant – für den Fall, dass es nicht vorher zu einem Abschluss bei den Kollektivvertragsverhandlungen kommt. Die „Sozialwirtschaft Österreich“ war weder zu akzeptablen Gehaltserhöhungen noch zu einer Verkürzung der Arbeitszeit bereit.

Bereits am 24. Jänner gingen über 3000 Beschäftigte der privaten Gesundheits- und Sozialeinrichtungen auf die Straße, um ihre Interessen durchzusetzen. In ganz Österreich fanden am 15. Februar Warnstreiks statt, um die berechtigten Forderungen – eine deutliche Erhöhung der Gehälter und v.a. eine Arbeitszeitverkürzung auf 35-Stunden pro Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich – durchzusetzen.

Für den Fall des Scheiterns der KV-Runde am vergangenen Freitag wurde eine Ausweitung der Streiks ab 27.2. beschlossen und darauf haben sich bereits viele Kolleginnen und Kollegen in den betroffenen Betrieben vorbereitet. Diese wurden nun abgesagt, da es nun zu einem Abschluss gekommen ist – von 28 Verhandler_innen der GPA-djp haben diesen immerhin acht abgelehnt. Dieser beinhaltet u.a. eine Gehaltserhöhung von 2,5 % (mindestens € 48,–), die Forderung nach deutlicher Arbeitszeitverkürzung wurde de facto fallen gelassen.

„Die Kolleginnen und Kollegen waren kampfbereit! Es wäre mehr möglich gewesen. Wohlwissend, dass wir sofort beißreflexartig von der Mehrheitsfraktion dafür gesteinigt werden, tragen wir trotzdem unseren Unmut zu dem unbefriedigenden Abschluss in die Öffentlichkeit“, so Josef Stingl, Bundesvorsitzender des Gewerkschaftlichen Linksblocks in ÖGB und AK (GLB).

Beim Ergebnis eines Kollektivvertragsabschluss geht es aber weder um die Befindlichkeiten der FSG, noch des GLB. Es wäre eigentlich selbstverständlich, dass die betroffenen Kolleginnen und Kollegen von dem vorliegenden Verhandlungsergebnis befragt werden. Vor allem dann, wenn sie im Vorfeld zu Demonstrationen, Betriebsversammlungen und Warnstreiks bereit waren, bzw. teilgenommen haben.

In diesem Sinne verlangt GLB-Vorsitzender Josef Stingl, dass das Verhandlungsergebnis den betroffenen Gewerkschaftsmitgliedern zur Urabstimmung vorgelegt wird.