Großer internationaler Mai-Aufmarsch zum „Tag der Arbeit“

Während die beiden Stichwahlkandidaten wohl auf den verschiedenen Brauchtums-Maifesten ein „Wahlkampfbad in der Menge“ machten und um das Kreuzl auf ihrem Kreis am Stimmzettel warben, sammelten sich am Landhausplatz unzählige Menschen mit bunten Fahnen, Megaphonen und Lautsprecheranlagen um des größten Tages der Arbeiterbewegungen zu gedenken.

„Anfang 1886 rief die nordamerikanische Arbeiterbewegung zur Durchsetzung des Achtstundentags zum Generalstreik am 1. Mai auf – in Anlehnung an die Massendemonstration am 1. Mai 1856 in Australien, welche ebenfalls den Achtstundentag forderte. In der Folge kam es zu Massenstreiks und Protestkundgebungen, die in Haymarket zu ca. 200 Toten führte, Politzisten wie Arbeiter….

Auf dem Gründungskongress der Zweiten Internationale 1889 wurde zum Gedenken an die Opfer des Haymarket Riot der 1. Mai als „Kampftag der Arbeiterbewegung“ ausgerufen. Am 1. Mai 1890 wurde zum ersten Mal dieser „Protest- und Gedenktag“ mit Massenstreiks und Massendemonstrationen in der ganzen Welt begangen.“

Auch in Österreich haben Aufmärsche oder Kundgebungen zum 1. Mai Tradition, besonders intensiv, wenn von einer Regierung der Abbau der erkämpften Arbeiterrechte beabsichtigt werden, wie derzeit die Wiedereinführung des 12-Stunden Tages…

In Innsbruck führte der Aufmarsch vom Landhausplatz über den Adolf-Pichler-Platz, Marktgraben, Burggraben, Museumsstraße, Hauptbahnhof/Europaplatz, Salurnerstraße – vorbei am ÖGB-Haus und der SPÖ-Zentrale wieder zum Landhausplatz zurück. Es war ein buntes Meer an Fahnen und Transparenten und die Stimmung war trotz des Ernstes der Lage gut. Viele junge Gesichter von den verschiedensten Parteien und Arbeitervereinen, die neben dem Abbau der Arbeiterrechte auch die die Wiedereinführung der Studiengebühren fürchten.

Einer der besonders Aktiven war Gemeinderat Mesut Onay der heuer gemeinsam mit den Kommunisten und Arbeitervertretern hinter, neben und vor dem violetten Alternative Liste Innsbruck – ALI-Transparent marschierte und ganz ohne Megaphon seine Parolen skandierte:

Arbeit – Bildung – Zukunft
Wann: JETZT
Wie: GEMEINSAM…

oder

Eins, zwei, drei und vier
Arbeitsplätze wollen wir
fünf, sechs, sieben, acht,
sonst wird von uns Krach gemacht,
neun, zehn, elf und zwölf,
der Widerstand wird weitergehen.

Der angeblich laut Rudi Federspiel „linkslinke, kommunistische, marxistische, maoistische“.. und weiß Gott was noch alles- Georg Willi war nicht zu sehen, dafür war Zeliha Arslan von seiner Liste im Zug und verteilte seine Wahlwerbung. Er braucht jede einzelne Stimme – und durchaus auch von links der Mitte. Aber das ist legitim, er will ja ein Willi „für alle“ sein.

Freilich, ein Bürgermeister, dessen Partei nicht einmal mehr im Parlament vertreten ist, kann schwerlich etwas gegen den Sozialabbau bei den Arbeitsgesetzen noch gegen die Schwächung der Sozialpartnerschaft oder der AUVA machen oder gegen die Einführung der Studiengebühren tun. Das hätten die Grünen nur ohne Spaltung können. Bitter für die Sozialdemokraten im Demonstrationszug, die in Innsbruck um ein Drittel dezimiert wurden. Dafür muss die Stadt mit günstigen Sozial-, Start- und Studentenwohnungen und Mindestsicherung und Mietbeihilfe die Einbußen der Arbeiterschaft und des verarmenden Mittelstandes abfedern. Für die Stadtregierung viel zu tun….

Das war an diesem 1. Mai nicht zu überhören. Die Frage ist, ob eine breite Regierung aller oder eine Minimal-Koalition diese Probleme besser lösen kann…

Ein Facebook-Beitrag von Monika Himsl auf Innsbrucker Gemeinderatswahlen

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