Im freien Fall…

Die Europabrücke galt bei der Eröffnung im Jahre 1963 als Herzstück der Brennerautobahn (A13) und wurde als Jahrhundertprojekt gefeiert. Heute würden sich viele freuen diesem Jahrhundertwerk entwichen zu sein. Die Brücke ist heute das Symbol für die verkehrte Verkehrspolitik, der im eigenen Land und der in der Europäischen Union. „Der Traum von der schnellsten und bequemsten Alpentransversale löste sich auf im Rauch der Abgase von Millionen Lastwagen und Autos, die fortan Jahr für Jahr im Nord-Süd-Verkehr durch Tirol rollten“, meinte am 1. Juni 2013 dazu treffend Mario Zenhäusern im Leitartikel der „Tiroler Tageszeitung“.

Und auch seitdem war der der LKW- und Sattelschlepperverkehr – trotz mehreren stektorialen Fahrverboten – nicht zu stoppen. Im Vorjahr wurde auf der Brenner-Straßenstrecke die Zwei-Millionen-Marke bei LKWs und Sattelschlepper geknackt. Ein Rekord, der im heurigen Jahr bereits der Vergangenheit angehören wird: Trotz neuerlichen – und endlich einem von der EU-genehmen sektorialen Fahrverbot – querten alleine in den Monaten Jänner und Februar fast 345.000 Lkws die Europabrücke, um 19.000 mehr als im Vorjahr.

Was tun, die Frächterlobby ist stark. Früher gehörte es zur „Tiroler Sitte“ öffentliche Aufmerksamkeit durch Autobahnblockaden zu erreichen – eine Tradition die seit fünf Jahren in Vergessenheit geraten ist. Da wir – EU-Gehorsam wie wir sind – uns keine Nicht-EU-konformen Lösungen vorstellen können, bleibt eben nur das  gänzliche Sperren der Autobahn.

2018 hat Österreich ein halbes Jahr den EU-Vorsitz. In dieser Zeit das Jahrhundertwerk Europabrücke zu sperren und zu generalsanieren wäre ein deutliches Zeichen an die Frächterlobby. Nämlich: „So nicht mit uns!“