Int. Frauentag: ÖGB-Frauen wollen Tiroler Einkommensdifferenz reduzieren

Zum heurigen Internationale Frauentag wollen die Tiroler ÖGB-Frauen mit einem Dreipunkteprogramm die Reduktion der Einkommensunterschiede weiter reduzieren. In Tirol klaffen Frauen und Männereinkommen 11.380 Euro brutto, oder 25,8 Prozent, auseinander. „Wir wollen mit einem Dreipunkteprogramm die Schere weiter und vor allem schneller schließen. Für uns ist es wichtig, die gläserne Decke zu durchbrechen, den Wuchs an Teilzeitanstellungen einzudämmen und über alle Branchen einen Mindestlohn von 1.500 Euro zu erwirken“, erklärt Ulrike Ernstbrunner, ÖGB-Landesfrauenvorsitzende in Tirol. Die Tiroler ÖGB-Frauen haben heute Frauen in der Innsbrucker Innenstadt über ihre Forderungen und die Unterschiede bei der Entlohnung informiert. ++++

Gläserne Decke durchbrechen
Die Tiroler ÖGB-Frauen fordern faire und transparente Verfahren bei Postenbesetzungen. Maßnahmen für Einkommensgerechtigkeit müssen an den unterschiedlichsten Ebenen angesetzt werden, von der Familienpolitik bis hin zu den Führungsetagen großer Unternehmen“, so Ernstbrunner.

Reduktion der Teilzeitbeschäftigungen
Die Zahl der Tiroler Frauen, die teilzeitbeschäftigt sind, ist in den letzten zehn Jahren stark gestiegen. Waren es im Jahr 2004 noch 41,1 Prozent Frauen, sind es 2014 bereits 51,1 Prozent. „Für viele Tirolerinnen ist Teilzeitarbeit kein Wunsch, sondern oft die einzige Möglichkeit Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Die Beweggründe der betroffenen Frauen liegen nicht in der Freiwilligkeit, vielmehr lässt hierzulande das Angebot an Plätzen in Kinderbildungseinrichtungen und familienfreundlichen Jobs zu wünschen übrig. Kurze Öffnungszeiten, zu viele Schließtage und zu hohe Kosten in der langen Ferienzeit runden die Problematik ab“, sagt Ernstbrunner.

Teilzeitarbeit und ein unzureichendes Angebot an Kinderbildungseinrichtungen verhindere nicht nur Karrieren, sondern schmälert vor allem die späteren Pensionen und dies führt häufig in die Altersarmut bei Frauen. „Um Familien zu unterstützen, wäre die Umsetzung eines Rechtsanspruchs auf ein finanziell, arbeitsrechtlich und sozialrechtlich abgesichertes Papamonat – auch in der Privatwirtschaft – und mehr Unterstützung in den Betrieben, wenn Männer die aktive Vaterrolle übernehmen wollen. Eine flexible Karenz ist da keine Alternative“, stellt Ernstbrunner klar.

Mindestlohn von 1.500 Euro
Als wesentlichen Schritt in Richtung Einkommensgerechtigkeit sieht Ernstbrunner die Umsetzung von einem kollektivvertraglichen Mindestlohn von 1.500 Euro in allen Bereichen: „Es kann nicht sein, dass es in Österreich Menschen gibt, die trotz Erwerbstätigkeit armutsgefährdet sind.