Investieren statt Resignieren!

niewo„Resilienz“ bezeichnet sich selbst als „Aktionsbewegung für soziale Verantwortung“. Diese Plattform zeichnet sich auch verantwortlich für die gestrige Demonstration durch die Innsbrucker Innenstadt. Gemeinsam mit fast 200 Demonstrant_innen ging es für ein Plus von 17 Prozent mehr Budget für soziale Dienstleistungen auf die Straße.

„Das Geld dafür wäre da: 369 Mio. Euro werden für die Regionalbahn ausgegeben, 58 Mio. Euro für das Haus der Musik“, meinte Sebastian Mayer-Exner von der Aktionsbewegung Resilienz bei der Auftaktkundgebung vor der Annasäule. „Um diesen Prozentsatz sollten die Subventionen gekürzt werden. Das Geld aus der letztendlich beschlossenen Deckelung reicht nicht, da sie KV-Erhöhungen und Biennalsprünge der Gehälter nicht abdeckt,“ erklärte dazu die Sprecherin der Termiten – plattform für kritische sozialarbeit in tirol, Josefina Egg. „Das sorgt für Budgetlöcher. In Tirol wird Armut bestraft, statt bekämpft!“ kritisiert Jorin Flick vom Berufsverband der Sozialen Arbeit.

Am Landhausplatz, zum Abschluss der Sozialdemo wurde zur Unterstützung der laufenden Online-Petition „Investieren statt Resignieren“ aufgerufen. Ihn ihr heißt es:

17% mehr Budget für Sozialeinrichtungen und keine weiteren Verschlechterungen bei der bedarfsorientierten Mindestsicherung!

Begründung:

Soziale Einrichtungen stellen eine faire Verteilung von öffentlichen Ausgaben sicher, indem sie Beratung, Betreuung und Hilfen jenen Menschen zukommen lassen, die diese tatsächlich benötigen. Darüber hinaus erhöht ein sozialarbeiterisches Angebot die Chance nachhaltiger Unterstützung deutlich und beugt somit neuen Krisen und Problemen vor.

Kürzungen im Sozialbereich und bei den Sozialausgaben erzielen kurzfristig Einsparungen, langfristig verschärfen sie aber soziale Probleme und verursachen Folgekosten. Unbearbeitete Probleme treten wiederholt zu Tage und belasten das Sozialsystem dauerhaft.

Soziale Probleme wie der Verlust eines Arbeitsplatzes, Krankheiten, häusliche Gewalt oder persönliche Schicksale können auch DICH treffen. Der Weg in die Armut ist kurz. Bei den entsprechenden Unterstützungsangeboten zu sparen, schadet daher allen in Tirol lebenden Menschen!

Der Ausbau von Sozialeinrichtungen dient dem sozialen Frieden und sorgt dafür, dass unsere Steuergelder nachhaltig investiert sind. Nur ein ausfinanziertes Sozialsystem garantiert effektive Unterstützung und ermöglicht so ein menschenwürdiges Leben. Wir wollen in einer Gesellschaft leben, die sich auch mit Menschen solidarisch erklärt, die sich in schwierigen Lebenslagen befinden. Lasst uns gemeinsam ein Zeichen setzen!

(Josef Stingl)