Kampfbereitschaft und internationale Vernetzung gefordert

Der deutsche Maschinenbaukonzern Voith stellt die Papiermaschinenaktivitäten von Voith Paper ein. 150 Frauen und Männer verlieren in St. Pölten ihren Job. Auch das Mutterhaus Heidenheim ist betroffen. Dort erhalten 450 Menschen den blauen Brief, deutschlandweit gar tausend. Weltweit werden bis Ende 2016 bis zu 1.600 Stellen betroffen sein. Niederösterreichs ÖGB-Vorsitzender und AK-Präsident Markus Wieser zeigt sich empört: „Eine Sparte, die Gewinne schreibt abzudrehen und derart viele Mitarbeiter vor die Türe zu setzen, ist unverfroren.“

„Gute Analyse, fehlende Konsequenz“, diagnostiziert der Bundesvorsitzende des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB) Josef Stingl. Während in Deutschland IG-Metall-Bevollmächtigter Ralf Willeck aufrief für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze zu kämpfen, wird in Österreich die Arbeitsplatzvernichtung von Gewerkschaftsseite hingenommen: „Kein Wort von Widerstand, kein Wort von Arbeitskampf, nur die Feststellung, dass der bestehende Sozialplan nicht ausreichend sei und daher die Verhandlungen rasch notwendig sind. Das Unternehmen muss nun Verantwortung zeigen“, meinen dazu die Gewerkschafter Patrick Slacik (PRO-GE) und Peter Stattmann (GPA-djp) unisono.

Ein Blick über die Grenzen zeigt, die Kolleg_innen sind kampfbereit. Im Anschluss an die Betriebsversammlung rief IG-Metall-Chef Willeck zum Warnstreik auf, hunderte Kolleg_innen folgten dem Aufruf. „Ein Sozialplan ist wichtig, der Kampf um jeden Arbeitsplatz aber ebenfalls“, so der Linksgewerkschafter Stingl.

Er fordert von den Verantwortlichen des GB, der PRO-GE und der GPA-djp sich der Statuten zu erinnern. „Eine Kampforganisation der Arbeitnehmer_innen hat die Betroffenen und Solidaritätsaktionen ’nichtbetroffener‘ Kolleg_innen zu organisieren. Am besten international vernetzt. Denn wie meinte der deutsche IG-Metall Kollege Willeck: ‚Wer nicht kämpft, hat schon verloren’“, erklärt Stingl abschließend.