Kaufkraft stärken und Investitionen in die soziale Infrastruktur

Der ÖGB zeigt sich besorgt über den weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit um 8,3 Prozent in Tirol und fordert konjunkturbelebende Maßnahmen. „Die Entscheidung zur Steuerreform wird uns zeigen, wohin die Reise geht. Werden ArbeitnehmerInnen nicht spürbar entlastet, wird das die heimischen Wirtschaft schwächen und vor allem die Situation am Arbeitsmarkt weiterhin verschärfen. Um die Nettoeinkommen der Menschen zu erhöhen, muss die Regierung rasch eine Lohnsteuerentlastung vorlegen, wie sie der ÖGB mit der Kampagne ‚Lohnsteuer runter!‘ vehement einfordert“, so Otto Leist, Tirols ÖGB-Vorsitzender.

Gerade höhere Beschäftigung bewirkt eine Stabilisierung der Wirtschaft, leistet einen wesentlichen Beitrag zum Wachstum und zur Absicherung des Sozialsystems. Daher müssen Projekte, die soziale Infrastruktur schaffen (Kinderbildungseinrichtungen, Pflege, Soziales etc.), vorangetrieben werden: Diese sorgen einerseits für Arbeitsplätze und ermöglichen andererseits den von Arbeitslosigkeit Betroffenen, erwerbstätig zu sein.
Für die besonders stark betroffene Gruppe der Über-50-Jährigen muss endlich das Bonus-Malus-System umgesetzt werden.

Bei den Jugendlichen ist die Situation, an den Zahlen gemessen, weniger drastisch als bei den Älteren. „Trotzdem sehen wir auch hier Handlungsbedarf, denn wer schon in jungem Alter erste Erfahrungen mit der Arbeitslosigkeit machen muss, der hat sein ganzes weiteres Leben lang ein hohes Risiko, immer wieder ohne Job dazustehen. Deshalb ist jede und jeder arbeitslose Jugendliche eine oder einer zu viel. Der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit ist nach wie vor gute Ausbildung, deshalb müssen die Unternehmen wieder mehr Lehrlinge ausbilden“, so Leist abschließend.