Lärm ist nicht gleich Lärm

Die fröhlich-fetzige Musik- Combo namens Streetnoise Orchestra, die engagiert für den guten Zweck spielt, hat leider den Fehler begangen, ihren Auftritt nicht anzumelden. (Leider waren sie auch nicht schnell genug, um den Ordnungshütern zu entwischen.) Es folgte die Strafe auf den Fuß. Über 1000 Euro, die erst auf der Straße erspielt werden muss.

Ein starker Tobak, gegen Musik vorzugehen. Die Bestimmungen und Verordnungen für den öffentlichen Raum in Innsbruck werden immer bescheuerter, und die Luft immer mieser: erst das Trinkverbot und Radlverbot, dann das Bettelverbot, anschließend das Schlafverbot, nun das Musikverbot. Daumen drauf, kontrollieren und bestrafen, was aus der sauber-bürgerlichen Norm fällt, heißt die Devise des Innsbrucker Gemeinderats.

Tatsächlich gehts auch anders: Städte wie Amsterdam, München und viele andere, schieben Klaviere auf die Straße für jedermensch, mit dem Risiko „Lärm“ zu verursachen. Fantasievollen, bereichernden Lärm- im Gegensatz zum krankmachenden, den Autos, Flugzeuge und Baustellen verursachen. Der ist scheinbar für die InnsbruckerInnen tolerabel, denn der umgibt sie allüberall.

Frei nach Wilhelm Busch: „Musik wird störend oft empfunden, weil stets sie mit Geräusch verbunden.“ Oder auch nicht.

Sylvia Dürr