Mindestlohn: Bis jetzt klar vergeigt…

Während ihre Chefs zu den Spitzenverdienern im Land zählen, kommen die überwiegend weiblichen Bürokräfte in Österreichs Rechtsanwaltskanzleien auf ein recht karges Salär. Bei den Anwälten gibt es nur eine „Entlohnungsrichtlinie“, also Gehaltsempfehlung und diese liegt bei 1.250 Euro brutto im Monat. Für die Gewerkschaft GPA-djp  „völlig inakzeptabel“, schließlich soll auf Geheiß der Regierung bis Jahresmitte ein generelles Mindestniveau von 1500 Euro erreicht werden.

Einen bundesweiten Kollektivvertrag (KV), wie von der Gewerkschaft seit Jahren gefordert, dürfte es so rasch nicht geben, die Rechtsanwält_innen  wollen sich nichts vorschreiben lassen. Gelingt das freiwillige Mitziehen beim geforderten Mindestlohn nicht, droht den Anwält_inen eine gesetzliche „Satzung“. Die 1500 Euro würden dann mit Stichtag automatisch auch für alle Branchen gelten, in denen es keine sozialpartnerschaftliche Einigung gibt.

„Ein Beispiel mehr, dass die von der Bundesregierung beauftragten Sozialpartner_innen den 1.500-Euro-Mindestlohn bis Mitte des Jahres unter Dach und Fach zu haben, klar vergeigt haben“, meint der Bundesvorsitzende des Gewerkschaftlichen Linksblocks im ÖGB (GLB). Da der 1.500 Euro-Mindestlohn netto ohnehin nur knapp über der Armutsschwelle liegen würde und die Umsetzung zum St. Nimmerleinstag absolut niemanden helfe verlangt er gleich einen wertgesicherten und lohnsteuerbefreiten GESETZLICHEN MINDESTLOHN von 13 Euro pro Stunde und das bei einer 30 Stunden-Woche!