Mindestlohn ein Hindernis?

Der Fachverband  Textil-, Bekleidungs-, Schuh und Lederindustrie in der WKO jammert: „Die Anhebung der bestehenden Mindest-KV-Löhne auf 1.500 Euro löst eine Steigerung der Lohnkosten von 20 % aus. Diese außerordentliche Lohnkostenprogression können jedoch weder die industriellen Wäschereien im nationalen Preiskampf noch die Bekleidungshersteller im internationalen Wettbewerb weitergeben“, schreiben sie in einer APA-OTS-Meldung.

Es geht auch anders: Lidl, sicher keine Arbeitnehmer_innen freundlicher Konzern (Anm: in Deutschland will Lidl Betriebsrat behindern oder sogar kündigen) zahlt freiwillig höhere Mindestlöhne als der Handelskollektivvertrag vorsieht. Die Handelszeitung berichtet:

„Bereits in der Vergangenheit hat Lidl Österreich seine Mitarbeiter über dem Kollektivvertrag bezahlt. (…) Die Mitarbeiter erhalten ab 1. März 2017 10,50 Euro pro Stunde in Gehaltsgebiet A und 11,50 Euro in Gehaltsgebiet B (Salzburg und Vorarlberg). Umgelegt auf eine monatliche Arbeitszeit von 167 Stunden bedeutet das statt 1546 Euro laut Kollektivvertrag ein Gehalt von mindestens 1754 Euro (Einstiegsgehalt im Gehaltsgebiet A) bzw. 1921 Euro (Einstiegsgehalt im Gehaltsgebiet B) im Monat. (…) Auch die Löhne jener tariflichen Mitarbeiter, die bereits jetzt über 10,50 bzw. 11,50 Euro verdienen, erhalten weiterhin einen freiwilligen Bonus von 5 Prozent auf den jeweils gültigen Kollektivvertrag.“