Niedrige Löhne – überproportionale Lebenhaltungskosten

In einer gemeinsamen Resolution der Tiroler AK-Vollversammlung verlangen die siebzig Kammerät_innen einstimmig ein Konjunkturpaket für Tirol.

Die Landesregierung wird aufgerufen, umgehend Maßnahmen zu setzen, um die immer dramatischer werdende Situation bei der Beschäftigung, bei den Löhnen und beim Wohnen in Tirol zu verbessern. Ein berechtigtes Anliegen, immerhin wurde uns Tiroler_innen erst kürzlich die rote Laterne bei der Kaufkraft bescheinigt. Laut „Gesellschaft für Konsumforschung“ liegt sie fünf Prozent unter dem österreichischem Durchschnitt und 9 Prozent hinter dem kaufkraftstärkstem Bundesland Niederösterreich.

joschtlDas ist ungerecht! Aber nur, weil es in anderen Bundesländern eine höhere Kaufkraft gibt, geht es dort den Arbeitnehmer_innen noch lange nicht wirklich besser. Die Armutszahlen, und hier wiederum Armut trotz Arbeit sind steigend. Wir Arbeitnehmervertreter_innen müssen auch „vor der eigenen Türe kehren“. Die Erfolgsgeschichte KV-Politik ist zumindest bei den unteren Einkommen löchrig: Obwohl die jährlichen KV-Lohnerhöhungen am Papier über der Inflationsrate liegen, decken sie in der Realität aber nicht die Kostensteigerungen für Lebensmitteln, Mieten und Energiebedarf ab.

Auch wenn’s dem „schwarzen Raben“ in der Wirtschaftskammer – aber auch mancher Gewerkschafter_in – nicht passt, wir brauchen ein zweites Standbein, um die immer dramatischer werdende Situation bei den Löhnen und den Lebenshaltungskosten abzufedern: Einen gesetzlichen, steuerfreien Mindestlohn, dessen Höhe Armut trotz Arbeit verhindert!

Leserbief zum Artikel „Rote Laterne für Tirol bei Beschäftigung und Löhnen“ in der „Tiroler Arbeiterzeitung“ 7.Jg., Mai 2015, Nr. 74