Nix Betteln in der Bimmel-Bammelzeit

Nun werden wir bald – nach dem Alkoholverbot – zur Verschönerung und Säuberung der Innenstadt Innsbrucks von einer neuen Verordnung beglückt. Das Bettelverbot kommt. Allerdings nur in der Oster- und Christkindlmarktzeit. Das wäre ja untragbar, wenn unsre Augen und die der konsumsüchtigen Touristen durch  bettelndes, fremd aussehendes Volk beleidigt würden.

Die sogenannte Nächstenliebe (was ist das?) an den kirchlichen Feiertagen ist in der Maria-Theresien- und Herzog-Friedrich-Straße fehl am Platze. Auch die Mehrzahl der (äußerlich braven/ innerlich rassistischen) Teilnehmer der Frage des Tages pro/contra Bettelverbot während der Advents-und Osterzeit in der TT entscheiden sich fürs Verbot. (Die Frage an sich ist schon blöd).

Es ist scheinbar nicht zumutbar, auf den Fress- und Saufmärkten daran erinnert zu werden, dass es so etwas wie Armut gibt, vorgetäuscht oder eben auch nicht. Bei Flüchtlingen wurde diese Geisteshaltung des Weg- und Fortschiebens schon durchgesetzt, wie zB  nach Fieberbrunn oder an andren unwürdigen Stätten (nicht Städten!) weit weg von jeglicher Zivilisation, wo es außer Fuchs und Hasen keine Möglichkeit der Kommunikation gibt. Einfach ekelhaft, dennoch alles in allem wieder typisch fürs bigotte Land Tirol mit immer dem gleichen Schema: Weg mit dem fremden Gesindel!

Sylvia Dürr (Mitglied der KPÖ Landesleitung Tirol)