Obdachlosigkeit: Keine Alternative zum Schlafverbot?

Gestern wollte die Innsbrucker Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer gemeinsam mit ihrem schwarzen Kompagnon Franz Xaver Gruber im Gemeinderat ein Schlafverbot im öffentlichen Raum für Obdachlose durchsetzen. Sie scheiterte: Nicht am sozialen Willen aller anderen, sondern an FPÖ, Federspiel und Co., die auch noch die Ärmsten der Gesellschaft zu Spalten versucht und Innsbrucks Obdachlose in „Hiesige“ und „Ausländerg’sindel“ teilen wollen.

josefTrotz der Abstimmungsniederlage im Gemeinderat will Oppitz-Plörer am Nächtigungsverbot festhalten. Sie sei zwar offen für andere Lösungsvorschläge, sagte sie gegenüber ORF Tirol, ihr fehle aber der Glaube, dass es bessere Alternativen gebe.

Frau Bürgermeisterin, bitte lesen sie auch internationale Berichte. Die Norddeutsche Rundfunk (NDR) berichtete zu diesem Thema über eine kanadische 60.000 Einwohner_innen-Stadt im Bundesstaat Alberta mit einer ehemaligen überdurchschnittlichen hohen Zahl an obdachlosen Menschen.

Ihr Bürgermeister zog die Konsequenzen und gab jedem Menschen eine Wohnung, sofern dieser seit mindestens 10 Tagen auf der Straße lebte. Anders als bei vielen ähnlichen Projekten, müssen die Obdachlosen keinerlei Auflagen erfüllen, um eine Wohnung zu bekommen.

Heute gibt es in besagter Stadt keine obdachlose Person mehr. Zudem wurde der städtische Haushalt mit dieser Maßnahme sogar entlastet, da die Bereitstellung der Wohnungen deutlich billiger ausfiel, als die Kosten für die Unterstützung obdachloser Menschen pro Person im Vorfeld. Inzwischen haben auch einige amerikanische Städte – also im Kernland des Kapitalismus – den Ansatz aufgegriffen und feiern damit Erfolge, beispielsweise Los Angeles…