ÖGB-Landesvorstand fordert Entlastung für Tiroler ArbeitnehmerInnen

Mit dem heutigen Tag hat die Bundesregierung noch 27 Tage Zeit, in puncto Steuerreform zu einem Ergebnis zu kommen. Bei der heutigen ÖGB-Landesvorstandssitzung in Innsbruck herrscht über alle Fraktionen ein klares Bekenntnis zu einer Lohnsteuersenkung nach dem ÖGB/AK-Steuermodell. „Einige mobilisieren alle Kräfte, ein ausgewogenes Steuermodell, welches eine rasche Lohnsteuersenkung beinhalten muss, zu verhindern oder abzuändern. Wir bauen indes weiterhin auf Überzeugungsarbeit bei der Bevölkerung. Der Zuspruch für unser Steuermodell ist nach wie vor sehr groß. Unsere BetriebsrätInnen und PersonalvertreterInnen sind die besten Kommunikatoren vor Ort und werden auch weiterhin Überzeugungsarbeit leisten“, erklärt Otto Leist bei der heutigen Landesvorstandssitzung.

Seier: „Lohnsteuersenkung, von der die Menschen was haben“
Dass es höchste Zeit ist, die Abgaben auf Arbeit zu senken, wurde im Sozialbericht des Sozialministeriums einmal mehr belegt. „Während die Löhne und Gehälter im letzten Jahrzehnt im Schnitt um knapp drei Prozent pro Jahr gestiegen sind, waren es bei den Gewinnen und Vermögen 4,5 Prozent jährlich. Trotz erfolgreicher Lohnrunden, die den ArbeitnehmerInnen mehr Bruttoeinkommen sichern, mussten viele netto einen Verlust hinnehmen. Wir sehen das als eine unmittelbare Folge der Ungleichverteilung der Steuerlast. Wir brauchen eine rasche Lohnsteuersenkung, von der die Menschen auch wirklich etwas merken“, erklärt auch der stellvertretende Tiroler ÖGB-Vorsitzende Gerhard Seier.

Leist wehrt sich gegen Vorwurf der Neiddebatte
Das Gesamtaufkommen einer Steuerreform muss laut dem Tiroler ÖGB-Landesvorstand den Beschäftigten zugutekommen. „Es geht nicht darum, eine Neiddebatte zu schüren, wie uns von manchen vorgeworfen wird. Wir fordern lediglich eine faire Entlastung für die ArbeitnehmerInnen und PensionistInnen, die den größten Teil der Steuerlast tragen. Wir leben in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, der hierzulande noch funktionierende Sozialstaat konnte bis jetzt das Schlimmste verhindern, zu einem Konjunkturaufschwung in Tirol könnte die Stärkung der Kaufkraft wesentlich beitragen. Daher ist es wichtig, die Schieflage im Steuersystem jetzt zu begradigen. Bei dem durchschnittlichen Monatsbruttoeinkommen eines Tirolers von 2.252 Euro würden nach dem ÖGB/AK-Modell jährlich 1.187,76 Euro netto mehr für jede/n übrigbleiben“, so Leist abschließend.