ÖGB Tirol: Jugendvertrauensrat muss bleiben!

Eine Resolution zur Beibehaltung des Jugendvertrauensrates verabschiedete der Landesvorstand des ÖGB Tirol in seiner gestrigen Sitzung an das zuständige Ministerium und den Nationalrat. „Die neue Bundesregierung will die wichtigste Interessensvertretung junger Beschäftigter abschaffen – die JugendvertrauensrätInnen. Damit verlieren über 7.000 Lehrlinge und weitere tausend junge ArbeitnehmerInnen ihre betriebliche Vertretung. Dagegen werden wir entschieden mobilmachen“, kündigt Tirols ÖGB-Vorsitzender Philip Wohlgemuth an. Der Antrag dazu kam von der Gewerkschaftsjugend.

Die rund vierzig VertreterInnen der sieben Gewerkschaften haben die Resolution zur Beibehaltung des Jugendvertrauensrates einstimmig verabschiedet. „Damit setzen wir ein starkes Zeichen der Solidarität für alle jugendlichen ArbeitnehmerInnen“, zeigt sich Wohlgemuth sehr zufrieden mit der großen Unterstützung für die Anliegen der Jugendlichen. Wird der Jugendvertrauensrat abgeschafft, wird auch ihr betriebliches Mitspracherecht geschwächt, waren sich die Mitglieder des ÖGB-Landesvorstandes einig. Die JugendvertrauensrätInnen selbst lernen durch das Ehrenamt soziales Engagement. „Jugendliche brauchen gleichaltrige AnsprechpartnerInnen im Betrieb. Wichtig ist auch, dass sich die Jugendlichen selbstständig organisieren können,“ betont Wohlgemuth. Mit der Abschaffung der JugendvertreterInnen würden ÖVP und FPÖ auch ein Stück Demokratie abschaffen.

Befürchtet wird zudem, dass die Qualität der Ausbildung leidet. Wie in der Resolution beschrieben, vertreten die JugendvertrauensrätInnen speziell die Interessen der Lehrlinge im Betrieb und haben die gesetzlich verankerte Aufgabe, gemeinsam die Lehrausbildung mit dem Betriebsrat zu kontrollieren sowie mitzugestalten. JugendvertrauensrätInnen überprüfen die Einhaltung der Lehrbilder, arbeiten gemeinsam mit AusbildnerInnen an Problemlösungen, entwickeln Ausbildungskonzepte mit und engagieren sich im Sinne der Gemeinschaft. 1973 wurde diese Anlaufstelle speziell für junge ArbeitnehmerInnen und Lehrlinge geschaffen. Voraussetzung zur Gründung eines Jugendvertrauensrates ist, dass mindestens fünf Jugendliche im Betrieb beschäftigt sind.

In der Resolution werden die Bundesregierung, das zuständige Ministerium sowie der Nationalrat aufgefordert, sich für die Beibehaltung der gesetzlichen Verankerung des Jugendvertrauensrates einzusetzen und ein klares Bekenntnis zu jugendlichen ArbeitnehmerInnen und zum ehrenamtlichen Engagement der Jugendvertrauensräte abzugeben.