ÖGB Tirol: Wertschöpfungsabgabe zur Arbeitsplatzsicherung

Tirols ÖGB-Vorsitzender Otto Leist fordert anlässlich einer kürzlich erschienenen IHS-Studie, wonach in Österreich jeder zehnte Job durch die Digitalisierung gefährdet ist, erneut die Einführung einer Wertschöpfungsabgabe. »Die Wertschöpfungsabgabe würde dafür sorgen, dass Betriebe, die viele Menschen beschäftigen, entlastet werden. Bisher geht es um Lohn- und Gehaltssummen, also je mehr Beschäftigte eine Firma hat, desto mehr trägt sie bei.Betriebe mit wenig Beschäftigten und mit großen Gewinnen zahlen derzeit weniger Steuern. Die Wertschöpfungsabgabe würde also personalintensive Betriebe entlasten und indirekt die Beschäftigung fördern«, so Leist. Ziel sei  eine breitere Basis bei der Finanzierung der sozialen Sicherheit. Die Wertschöpfungsabgabe soll (in einem ersten Schritt) zur Finanzierung des Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) herangezogen werden.

Faktor Arbeit stärker besteuert als Vermögen

Leist fordert zudem die Einführung einer Vermögenssteuer. »Unsere gesamte Gesellschaft befindet sich in einer Schieflage. Es kann nicht sein, dass Arbeit stärker besteuert wird als Vermögen! Eine Studie von Statistik Austria belegt, dass lediglich 5 Prozent der Haushalte in Österreich 42 Prozent des Bruttovermögens besitzen. Haushalte im obersten Fünftel haben das vier fache Einkommen eines Haushalts des untersten Fünftel. Wir müssen unser Steuersystem in den nächsten Jahren grundlegend ändern und der Zeit anpassen!«, so Leist. Derzeit werden Einkommen aus Erbschaft, Kapitaleinkommen oder Spekulationen in Österreich kaum besteuert. »Das birgt jede Menge sozialen Zündstoff!«, warnt Leist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.