Österreich darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen

Unter den Kriegsverbrechern der deutschen Wehrmacht in Griechenland sind auch namhafte österreichische Persönlichkeiten. Unter ihnen Alexander Löhr und Hermann Neubacher, wobei letzterer im Österreich der Nachkriegszeit wieder als Unternehmer tätig war. Die österreichischen Behörden haben sich auch bei der Verfolgung von österreichischen Straftätern nicht kooperativ gezeigt. So kam ein Verfahren gegen Otto Begus wegen der Massenmorde an der griechischen Zivilbevölkerung nicht zustande und wurde 1967 sogar eingestellt.

Österreich hat sich aus den Reparationsforderungen mit Hinweis auf den eigenen Opferstatus erfolgreich davongestohlen. Wenn das Moskauer Deklaration von 1943 tatsächlich den Opferstatus der österreichischen Nation begründet, so deshalb, weil es eine antifaschistische Tradition in Österreich gibt, zu einem überwiegenden Teil von Kommunist_innen getragen wurde.

Wenn sich allerdings Mitterlehner und Schelling darin überbieten, die Bestrebungen Griechenlands nach einer Lockerung der Sparauflagen zu torpedieren, so erweisen sie sich als Vertreter eines Landes, welches den Opferstatus für sich in Anspruch nimmt, als unwürdig.  Denn wenn diese Politiker nur einen Funken an Respekt vor den Opfern hätten, dann würden sie den Mund nicht so voll nehmen und alles dazu unternehmen, damit die Menschen in Griechenland vom Joch der Austerität befreit werden.