Politischer Adventkalender: 23. Dezember

Der Begriff „Kalte Progression“ wird oft in den Mund genommen, aber viele wissen damit wenig anzufangen. Die Wirkung der kalten Progression ist rasch erklärt: Die Einnahmen aus der Lohnsteuer steigen deutlich stärker als die Einkommen, für die Geldtaschen der Lohnabhängigen ist diese Entwicklung negativ, ihre Bruttolohnerhöhungen stellen sich Netto als Verlust heraus.

Im langjährigen Vergleich liegen die Steuern stets deutlich über der Lohnentwicklung. Ausnahmen sind nur Jahre mit Steuerreform. Im Vorjahr sind die Bruttobezüge um 2,9 % gewachsen, die Lohnsteuereinnahmen aber um 5,1 %. In Summe flossen damit 182,5 Mrd. Euro an 6,76 Mio. Arbeitnehmer und Pensionisten. Sie zahlten davon 23,3 Mrd. Euro an die Sozialversicherung und 28,3 Mrd. Euro Lohnsteuer. Die Abgaben machten also durchschnittlich 28,3 % der Bruttobezüge aus. Die Zahlen zeigen einmal mehr die Einkommensschere zwischen den Geschlechtern: Während der Anteil der Männer und Frauen an den Lohnsteuerpflichtigen genau 50 % beträgt, entfallen auf die Männer 61,4 % der Bruttobezüge.