Politischer Adventkalender: 7. Dezember

7„Kalte Progression“ – ein Schlagwort, das derzeit oft in den Medien zu hören ist. Alle Lohnabhängigen sind davon jährlich betroffen, viele wissen aber nicht worum es dabei geht. Einfach erklärt ist sie eine versteckte jährliche Steuererhöhung. Denn bei jeder „inflationsbedingten KV-Lohn- und Gehaltserhöhung“ erhöht sich der Durchschnittssteuersatz jedes/r Einzelnen überproportional. Dies liegt daran, dass die einzelnen Steuertarifstufen in Österreich nicht an die jährliche Inflation angepasst werden.

Gewinner des seit Jahren geführten Streits ist der Finanzminister. Solange es zu keiner Einigung kommt, kann er jährlich mit rund 450 Millionen Euro zusätzlich rechnen. Die Steuerreform 2016 hat sich zumindest für ihn positiv rasch akklimatisiert. Verlierer des Streits sind die Lohnabhängigen. Denn, solange es zu keiner Einigung zur Abgeltung der Kalten Progression (sozial abgefedert oder auch nicht) kommt, zahlen sie die 450 Millionen Euro zu hundert Prozent.

In einer von der Bundeskonferenz am 3.12 beschlossenen Resolution werden  heißt es: „als Gegenmaßnahme eine jährliche Anpassung der Steuerstufen an den aktuellen Wert des Mikrowarenkorbs“ und „zum Ausgleich für die unteren Einkommen einen steuerfreier, gesetzlicher Mindestlohn  verlangt.