Prüfstein für die Sozialpartnerschaft?

Es geht um viel: Aufschwung für Wirtschaft und hunderttausende Arbeitnehmer – sowie die schlingernde Koalition. Aber auch für die Sozialpartner selbst. Können Foglar und Leitl an die Legenden Anton Benya und Rudolf Sallinger noch einmal anschließen, oder meldet sich die brüchig gewordene Schattenregierung der Zweiten Republik ab?
Also fragen wir beide: Schaffen Sie´s bis Juli – wenn ja, wie? „Schauen Sie, wären wir nicht überzeugt, dass das möglich sei, hätten wir es nicht angeboten“, so Leitl. „Der Kanzler sagte in seiner Rede Plan A, er gibt uns ein Jahr. Wir wollen nur ein halbes Jahr. Denn wenn wir in einem halben Jahr nicht zusammenbringen, bringen wir in einem ganzen Jahr auch nichts zusammen.“ Derzeit liefen Gespräche „auf operativer Ebene“.

Foglar schraubt bei 1500 Euro Mindestlohn die Latte schon einmal höher: „Der ÖGB hat schon seit über zwei Jahren das Ziel 1700 Euro Mindestlohn.“ Und rechnet das so vor: „Wir haben 3,6 Millionen unselbstständig Beschäftigte, davon etwa 2,1 Millionen ganzjährig vollzeitbeschäftigt. Von diesen gibt nur mehr 422.000 Menschen, die unter 1700 Euro haben. Und von den 422.000 Menschen sind wieder 300.000, die noch unter 1500 Euro liegen.“

Quelle: Kleine Zeitung