Raus aus der Teilzeitfalle

Deutschland: Das Arbeiten in Teilzeit kann praktisch sein. Wer Kinder hat oder Angehörige pflegt, muss seinen Job nicht sofort kündigen. Beschäftigte haben das Recht auf die Reduzierung ihrer Wochenarbeitsstunden. Doch wer seine Stundenzahl reduziert, geht bislang auch ein Risiko ein. Denn eines wird Beschäftigten bislang nicht garantiert: die Rückkehr auf eine Vollzeitstelle. Das will der Gesetzgeber jetzt ändern.

Der Entwurf der Bundesregierung besteht im Grunde aus drei Regelungen: Er sieht ein Recht auf befristete Teilzeit, eine Beweiserleichterung bei Verlängerung der Arbeitszeit sowie eine Erörterungspflicht der Arbeitgeber_innen hinsichtlich der Dauer und der Lage der Arbeitszeit vor.

Das Recht auf befristete Teilzeitarbeit ist als Parallelregelung zum bereits gesetzlich verankerten Rechtsanspruch auf (zeitlich unbegrenzte) Teilzeitarbeit konstruiert. Es stellt sicher, dass bei zeitlich begrenzter Arbeitszeitreduzierung – unabhängig vom Anlass – anschließend für den oder die Beschäftigten die Möglichkeit besteht, auf die bisherige Arbeitszeit zurückkehren zu können. Ein solcher Anspruch soll jedoch nur bei Arbeitgeber_innen mit mehr als 15 Arbeitnehmer_innen und erst nach einer Wartezeit von sechs Monaten nach Beginn des Arbeitsverhältnisses bestehen. Es ist zudem eine einjährige Sperrfrist nach Antragstellung für einen erneuten Verringerungsantrag vorgesehen.

Beschäftigte, die bereits in Teilzeit beschäftigt sind und ihre Arbeitszeit aufstocken wollen, solenl nach der Entwurfsfassung von einer Beweislastumkehr profitieren: Die Unternehmer_in muss dann darlegen und beweisen, welche Gründe – etwa das Fehlen eines entsprechenden freien Arbeitsplatzes – gegen eine Aufstockung sprechen.

Quelle: www.bund-verlag.de/blog/betriebsrat