Resolution der KPÖ Tirol anlässlich des internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt an Frauen

Resolution der KPÖ-Tirol, beschlossen bei der Landeskonferenz am 25.11.2017:

Gewalt gegen Frauen ist ein gesellschaftliches Problem

Obwohl Mann und Frau heute und hierzulande de jure gleichberechtigt sind, werden Frauen und Mädchen immer noch in vielfältiger Weise diskriminiert, misshandelt und als Ware betrachtet, nicht nur in der Prostitution, sondern in mannigfacher Form auch in „bürgerlichen Berufen“ und nicht zuletzt in der Werbung auf ihren Körper reduziert. Dies geht durch alle Schichten – über beinahe den ganzen Globus hinweg. Die Logik des Patriarchats besteht in der subtilen und offenen Unterordnung des weiblichen Körpers unter die Begierden des Mannes. Gewalt gegen Frauen ist also Teil des bestehenden Systems.

Gewalt gegen Frauen hat in erster Linie vertraute Gesichter

Sexuelle Übergriffe beginnen am scheinbar harmlosen Tätscheln und enden in schwerer sexueller Nötigung bis hin zur Vergewaltigung. Dem Opfer wird nicht selten die Schuld in die Schuhe geschoben, während der Täter als Opfer erscheint.
Gewalt an Frauen begeht meist nicht der fremdländische Unbekannte, sondern der (Ehe)Partner, ein Verwandter, ein Arbeitskollege. Frauenhäuser sind übervoll, da der Täter oft der Ehemann oder ein naher Angehöriger des Opfers ist. Dennoch wird diese Tatsache gerade in den rechtspopulistischen und rechtsextremen Kreisen oft bagatellisiert und die Sinnhaftigkeit von Frauenhäusern hinterfragt. Dem ist entschieden entgegenzuhalten. Daher tritt die KPÖ-Tirol unmissverständlich für den Erhalt und Ausbau von Frauenhäusern und Gewaltschutzzentren ein.

Gewalt gegen Frauen hat aber auch ein ökonomisches Gesicht

Denn Frauen leisten meist mehr als Männer. Lohnarbeit, Hausarbeit, Erziehungsarbeit, Pflegearbeit. Das wird selten genügend honoriert. Im Gegenteil. Sie bekommen zudem weniger Verdienst für die gleiche Arbeit, die ihr Kollege im Job verrichtet. Frauen sind ärmer als Männer und müssen sich mit einem deutlich geringeren Stück des gesellschaftlichen Gesamtvermögens begnügen.
Auch das ist Gewalt. Ökonomische Gewalt.
Beide Geschlechter werden hinsichtlich der Lohnarbeit im Kapitalismus ausgebeutet. Doch Frauen werden noch ein Stück weit mehr ausgebeutet, weil ihnen im kapitalistischen Patriarchat auch noch die Reproduktion des „Humankapitals“ zukommt. Die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen muss auch diesen Aspekt berücksichtigen. Daher ist in der Geschlechterfrage immer auch die soziale Frage mitzudenken und umgekehrt.

IMMER NOCH.
WIE LANGE NOCH?

Solidarität unter Frauen
Aufklärung
Transparenz
Mut

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