Schule am Weg zurück ins letzte Jahrhundert

Nach 100 Tagen der „neuen Regierung“ wird immer klarer, dass wir auf ein „Bildungssystem“ wie in den 1960er Jahren zusteuern, das damals schon nicht das Beste war: Von einer (bereits lange schon ratifizierten) UN-Menschenrechtskonvention ist seit 100 Tagen nichts mehr zu hören oder zu lesen. Wider besseres Wissen sollen nun wieder die Sonderschulen gestärkt werden.


Kinder mit Behinderungen werden von ÖVP und FPÖ offenbar immer noch als reine „Störfaktoren“ ohne das Recht auf ein gemeinsames Leben und Lernen mit nicht-behinderten wahrgenommen. Die „UN-Kinderrechte“ und die „UN-Menschenrechtskonvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“ scheinen Fremdworte in der Bundespolitik zu sein.

Wenn man jetzt auch noch bedenkt, dass die „Integrationsmaßnahmen“ (für Kinder mit nicht deutscher Muttersprache) um 50% gekürzt werden, wird die Entwicklung der nächsten 3 Jahre sehr klar: Das teure und menschenverachtende Sonderschulsystem wird leider als „Restschulsystem“ für Kinder mit Behinderungen, für Kinder mit Migrationshintergrund und alle anderen möglichen „Störenfriede“ neu belebt.

Um möglichst einfältige und homogene Klassen zu erhalten, wird auch wieder vermehrt auf Noten gesetzt – ein ganz bequemes, wenn auch dummes, Selektions- und Segregationsinstrument, ohne jegliche Aussagekraft über die individuellen Fähigkeiten unsere Kinder. Die Lehren der Vergangenheit werden gerade gerne vergessen und verworfen… Zurück in die Vergangenheit.

Die „neue Bundesregierung“ scheint also einen Wunsch nach veralteten und unbrauchbaren Methoden und Systemen im Bildungsbereich zu haben, den unsere Kinder wohl teuer bezahlen werden. Schule ist für Kinder und Jugendliche ein echter Lebensmittelpunkt. In den letzten Jahren kam einigemale die Hoffnung auf, dass österreichs Bildungspolitiker auch Schule so gestalten wollen, dass Kinder gerne und mit Freude dort hingehen, um dort gemeinsam – und jeder in seinem Tempo und seinen Fähigkeiten entsprechend – an Inhalten zu arbeiten.

Seit Monaten hört man davon leider nichts mehr. Derzeit scheint man ganz viel Energie und Hirnschmalz für passende Bestrafungs- und Ausgrenzungsmethoden aufzuwenden, was die Schule wohl kaum besser und schon gar nicht attraktiver machen wird…

Quelle: integration-tirol

 

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