Schwammige Antwort

Leider erläuterte die neue Sozial-und Frauenreferentin von den Grünen, Gabriele Fischer, gegenüber der Tiroler Tageszeitung nicht konkret, was ihrer Meinung nach so neu an der Forderung sei, Schwangerschaftsabbrüche in Ambulatorien durchzuführen.

Das Komitee, das sich kurz nach dem langen und schließlich erfolgreichen Kampf engagierter, feministischer, kommunistischer und sozialdemokratischer Frauen (und einiger Männer) in Österreich zur Ablösung des noch aus der Monarchie und des Nationalsozialismus stammenden und mit äußerst strengen Strafen, wie Kerker oder Todesstrafe geahndeten, Verbote eines Schwangerschaftsabbruch und zur Einführung des Fristenlösung gebildet hatte, verlangte schon in den Siebzigerjahren, dass Abtreibungen in öffentlichen Krankenhäusern und in zu errichtenden Ambulatorien durchzuführen seien.

Hat Gabriele Fischer diesen Kampf nicht mitbekommen und auch später nichts dazu gelernt? Das von ihr genanntes Ziel, „die Versorgung im niedergelassenen Bereich (FrauenärztInnen) zu optimieren und verstärkt auf Beratung und Aufklärung zu setzen“ in Ehren. Um dies zu erreichen, ist es aber notwendig, dass die Verantwortlichen, also die Sozialreferentin Gabriele Fischer, voll dahinter steht und sich mit Kraft dafür einsetzt.

Wichtig sind aber auch die mit keinem Worte erwähnten Kosten. Wer bezahlt sie? Die betreffende Frau? Oder die Krankenkasse? Und wer bestimmt das Ärztehonorar? Wenn die Krankenkassen den Eingriff nicht bezahlen, landen wir wieder da, wo wir schon im Mittelalter waren: auf dem Küchentisch einer „Engelmacherin“.

Schwammig ist auch die Antwort von Gabriele Fischer auf die Frage nach ihrem Glauben. Was soll denn so schwer dabei sein, zu wissen, glaubt man nun an einem Gott oder an Buddha, an die katholische oder evangelische Kirche und so weiter, oder nicht? Ob in der gegebenen Antwort da wohl eine leise Angst vor den noch immer recht vielen, sich als Gläubige sehende Tiroler Wählerinnen und Wählern mitschwingt, die man lieber nicht vor dem Kopf stoßen will?

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