Smart Meter: Ohne Überwachung und ohne Falschmessungen?

Im Herbst soll in Tirol die Pilotphase mit den digitalen Stromzählern, den sogenannten Smart Meter, beginnen. Das „großflächige Rollout“ ist vom Tiroler Netzbetreiber Tinetz für die Jahresmitte 2018 geplant und soll 2020/21 abgeschlossen sein. „Hatten wir bisher pro Kunden einen Datensatz pro Jahr, werden es künftig 96 Werte pro Tag sein“, erläutert der Tinetz Geschäftsführer. Auch wenn es stimmt, dass bei der Ausschreibung die Datensicherheit eine zentrale Rolle gespielt hat, läßt „Big Brother“ grüßen.

Eine hundertprozentige Datensicherheit gibt es nicht, und im Zuge der „sogenannten Terrorbekämpfung“ werden „präventiv“ immer mehr Daten von uns gesammelt – beim „Handyphonieren“, beim „Internetisieren“, mit den verschiedensten Videoüberwachungen, jede Kontobewegung,… und jetzt auch unsere Stromverbrauchsgewohnheiten. Abgesehen davon, dass diese Daten nicht nur bei uns im Land bleiben, sondern internationalisiert den diversen Geheimdiensten – siehe NSA – zur Verfügung stehen.

Doch zurück zu Tirol und den Smart Metern, smart und intelligent sollen sie sein und der Umtausch der Tiroler Bevölkerung keine zusätzlichen Kosten verursachen. Vorsicht ist allerdings beim Betrieb angesagt. Viele der neuen Stromzähler messen laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins Spiegel viel zu hohe Verbrauchswerte. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Universität Twente in den Niederlanden.

Neun handelsübliche digitale Stromzähler wurden auf „Herz und Nieren“ geprüft. Mehr als die Hälfte dieser Smart Meter zeigte Verbrauchsdaten, die weit über dem tatsächlichen Verbrauch lagen. Die Falschangaben machten bis zu 582 Prozent aus, berichtet der Spiegel.

In Österreich ist das Problem den Netzbetreibern und Herstellerfirmen bekannt, sollten Störungen auftauchen, könnte man jedenfalls rasch reagieren, sagte Ernst Brandstetter vom Branchenverband Österreichs Energie. Wie allerdings die Kund_innen die Fehlleistung feststellen bzw. nachweisen können hat er allerdings nicht verraten. Da ein bisschen, dort ein bisschen mehr an Stromkosten kassiert: Da lassen sich die Kosten für den großangelegten Zählertausch rasch akklimatisieren.