Tag der Philosophie

Ein Haufen Gedenktage, nützliche, wie auch solche, die an Selbstverständliches erinnern, aber auch Kuriositäten werden uns beinahe Tag für Tag beschert. Hier eine kleine Auswahl, die zum Kopfschütteln, aber auch zum Nachdenken anregen: Holocaust Gedenktag, Afrika- Straßenkinder-, Kindersoldatentag, Tag der Freiheit des politischen Gefangenen.

Der 21. März hats in sich: gegen Rassismus und Menschenrechte, aber auch der Hauswirtschafts- Down-Syndrom und Poesie-Tag. (Was wohl dort der gemeinsame Nenner ist? Frühlingsanfang?). Tag der Menschenrechtsverletzungen, der Sklaverei, Abschaffung der Tierversuche. Gegen Gewalt an Frauen, gegen Homophobie, gegen Todesstrafe. Aber auch der Welteltern-frauen-männer-kinder-hurentag. Auch Tiere werden nicht vergessen: Fisch-Pinguin- Eisbär- Schildkröten-Schlangentag.

Ein Blick ins Absurde darf hier nicht fehlen, damit bei der Aufzählung der Humor nicht zu kurz kommt: Cocktail-Seifenblasen-Händewasch-Toiletten-Fernseh-Modelleisenbahn-Ei- Schlaf–Kiffer- Kaufnix-Tag. Womit wir endlich am Punkt wären zum heutigen Tag der Philosophie am 16. November, der hier kurz, nur ganz kurz angerissen wird. Veranstaltungen fürs Volk in Innsbruck werden angeboten: von Meditation bis zum Manifest des Geistes. Auch eine open mic session ist dabei und letztendlich ein speed dating. Für alle etwas. Oder?

Über den Tellerrand schauen tut gut. Aber ja nicht zuviel (Selbst-/Gesellschafts-) Kritik könnte höllisch weh tun. Könnte ja sein, dass der ganze Lebensentwurf wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt und ein sinnentleertes Dasein hervor wabert, aus den Tiefen der oft unleidlichen Maloche, die man Tag für Tag ausführt.

Und mit dem Auto rumdüst. Scheiß auf die Umwelt! Und den Alltag, den langweiligen, den man über sich ergehen lässt. Zum Glück gibts das Einseifmedium Nr.1: Konsumartikel noch und nöcher. Die Menschlein strömen seit gestern wieder hinein und hinaus in die glitzernde Weihnachtsbudenwelt, gesäubert von abgerissenen Gestalten, die mit offener Hand herumlungern könnten.

Und abends der Konsum vor der Glotze, am Liebsten ein Krimi. Da wird abgemurkst und geschossen. Endlich mal was los in der sonst gähnenden Lebensleere! Und ein, zwei Bierchen gekippt und das Leben schaut schon wieder netter aus. Und dann in den Schlaf gerobbt. Und am nächsten Morgen erwartet einen wieder der gleiche Scheiß.

Das ist der Sinn des Lebens….??

Sylvia Dürr

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