Tag Archives: Arbeitszeitverkürzung

Digitale Arbeits-Revolution?

Im Rahmen eines „Sozial- und arbeitspolitischen Gesprächs“ hielt Annika Schönauer (FORBA, Wien) im Saal des Gewerkschaftshauses einen Vortrag zum Thema: „Digitalisierung der Arbeit: Herausforderungen und politische Gestaltungsmöglichkeiten“. Im Anschluss daran diskutierten Anton Kern (AMS-Tirol, Landesgeschäftsführer), Werner Ritter (Siemens, Leiter der Niederlassung Innsbruck) und Patrik Tirof (PRO-GE Tirol, Landesvorsitzender) am Podium.

1.Mai-Demo in Innsbruck stand unter dem Motto »Für eine Welt ohne Kapitalismus«

Über 1.000 Menschen wurden von der Polizei bei Tirols 1.Mai-Demo gezählt. Das Demo-Bündnis bestehend aus über zwanzig Unterstützer_innen-Organisation hat somit mehr Menschen mobilisiert als alle Innsbrucker 1.Mai-Parteiveranstaltungen zusammen und brachte damit auch heuer ein buntes Bild mit einem Meer an roten Fahnen auf Innsbrucks Straßen: Migrant_innen, türkische und kurdische Kulturvereine, Alevit_innen, sozialdemokratische Jugendliche, ein Antiautoritärer Block, Linke und…  gingen Seite an Seite »Für eine Welt ohne Kapitalismus« auf die Straße. Mit dabei auch  KPÖ und Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB).

1. Mai 2017 in Innsbruck

Liebe Kolleg_innen, Liebe Genoss_innen,

in dem Zeitraum, vor Jahrzehnten meiner Teilnahme an meiner ersten 1.Mai-Demonstration und heute ist vieles anderes geworden. Leider nicht unbedingt zum Besseren – sind wir vor Jahren noch offensiv für den Ausbau der Rechte der Lohnabhängigen auf die Straße gegangen, führen wir heute einen Abwehrkampf gegen den neoliberalen Wahnsinn. In Österreich, in Europa und weltweit! Selbst vom Vorjahr zu heuer ist vieles anders geworden, die Wahl Trumps, das in die Stichwahl kommen von Le Pen und die sinnlosen Terroranschläge.

Gewerkschafts-News

Zum neuen Versammlungsrecht: „Die neuen Regelungen könnten sich als Bumerang und als gefährlich für die Demokratie entpuppen“, warnt der vida-Vorsitzende Roman Hebenstreit. Er bezeichnet die Verschärfung als „Beschneidung der Demokratie“.

Die Folgen des Mindestlohns

Gekürzt aus der Sächsischen Zeitung: Bevor der Mindestlohn eingeführt wurde, gab es viele Mahner. Für Schlagzeilen sorgte besonders eine Studie des Dresdner Institutes für Wirtschaftsforschung (Ifo), das im Auftrag des damaligen sächsischen Wirtschafts- und Arbeitsministers Sven Morlok (FDP) erstellt wurde. Darin prognostizierten die Wissenschaftler, dass in Sachsen zwischen 30 000 und 60 000 Jobs durch die Einführung des Mindestlohns betroffen seien.

Win-Win-Situationen

Das Schwert des Damokles schwebt über den Köpfen der Lohnabhängigen. Der Unternehmer Habgier verlangt ein Mehr, Mehr und nochmals Mehr an Profit. Arbeitszeitgesetz und Überstundenzuschläge stehen da im Weg. Flexibilisierung heißt ihr Zauberwort: Seit Jahren steht sie zwar auf der Tagesordnung, die Normal-Arbeitszeit wurde in Salamitaktik scheibchenweise immer weiter ausgedehnt. Angeblich eine Win-Win-Situation für ihre Mitarbeiter_innen, denn diese brauchen sich keine unnötigen Gedanken machen, wie und wo sie ihre Überstundenzuschläge verprassen könnten.

Flexibilität – (k)ein Märchen aus 1001 Nacht

Der 12-Stunden-Arbeitstag bringt eine Win-Win-Situation für Betrieb und Beschäftigte. So zumindest argumentieren gerne die Unternehmen: Denn wer ein »bisserl mehr arbeitet«, der kann sich später mehr zusammenhängende Freizeit gönnen. Stimmt das wirklich so?

Denkfabrik irrt: Zwischen Teilzeit und Reallohn

Schön, oder besser gesagt nicht schön, dass die liberale »Denkfabrik Agenda Austria« denkt, dass die realen Löhne in Österreich entgegen anderslautenden Studien nicht sinken würden und diese anderswertende Aussagen über kaufkraftbereinigte Löhne seien »irreführend«. Dabei bezieht sich die Denkfabrik auf den Anteil der Teilzeitbeschäftigten, denn diese senken den realen Median-Lohn.

»Fünf minus«

Und wieder ein Kollektivvertrag, bei dem die Regierungsforderung nach einem 1.500 Euro Mindestlohn verschleppt wird. Ich erinnere, die Bundesregierung verlangt von den Sozialpartner_innen diesen bis spätestens Ende des Jahres. Zuerst ritterten die Gastronomen auf einen eigenen Parcours: 1.500 Euro erst ab Mai 2018 war ihr Ergebnis! Die Zunft der Haar-Cuter gewann den Wettbewerb, sie zahlt den Mindestlohn erst ab dem Jahr 2019.

GLB: Stingl empfiehlt Sobotka vom ÖGB auszuschließen

Innenminister Wolfgang Sobotka fällt immer wieder mit »Ausrutschern«, wie der Demontage des Versammlungsrechts, »präventiven« Fußfesseln, einer Total-Überwachung mittels Vernetzung aller Videokameras oder dem »Flüchtlingstausender« auf. Der Vorsitzender des Gewerkschaftlichen Linksblock im ÖGB (GLB) Josef Stingl glaubt nicht, dass Sobotka dabei »nur aus der Rolle fällt«: »Da steckt System dahinter, die Provokationen des Innenministers dienen zur beschleunigten Umsetzung eines neoliberalen Staatsmodells und zu einem Mehr an Überwachung!«