Tag Archives: Arbeitszeitverkürzung

Arbeitszeit: Verkürzung statt Verlängerung

Nicht eine Verlängerung der Arbeitszeit durch 12-Stundentag und 60-Stundenwoche, sondern eine Verkürzung auf 30 Stunden als neuer Standard gehört auf die Tagesordnung stellt Josef Stingl, Bundesvorsitzender der Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB), zu der von der schwarz-blauen Koalition ohne Begutachtung und bei Ignoranz massiver Proteste durchgepeitschten Gesetzesänderung – die nun bereits mit 1. September 2018 in Kraft treten soll – fest.

Bissiger Protest

Ein gigantisches Bild zeigte sich am Samstag Nachmittag am Heldenplatz in Wien. Mehr als 100.000 Menschen sind zur Demonstration gegen den 12-Stunden-Tag und gegen die 60-Stunden-Woche gekommen. Sie haben ein klares Zeichen gegen den Vorschlag der Bundesregierung zur Ausweitung der Arbeitszeit gesetzt. Einen lächerlichen Beitrag lieferten „Kickls Schoßhündchen“. So sprach die Polizei anfangs von 25.000 bis 30.000 Demonstrierenden, verdreifachte allerdings später ihre eigene Schätzung auf 80.000.

Bei Hornbach werden sechs Wochen Urlaub zum Standard

Die Baumarktkette Hornbach ist in Österreich immer wieder für eine Überraschung gut. Einerseits mit ihrer skurrilen Werbeschiene, anderseits mit arbeitsrechtlichen Überraschungen. Zur Erinnerung, im März 2017 sollte im Innsbrucker Hornbach-Markt offensichtlich durch eine Kündigung ein Betriebsrat verhindert werden. Jetzt macht Hornbach steht arbeitsrechtlich positiv im Rampenlicht der Öffentlichkeit:  Ab 1. Juli bekommen alle Beschäftigten, die seit mindestens einem Jahr im Unternehmen sind, sechs Wochen Urlaub im Jahr.

Viertagewoche bringt Firma mehr Umsatz

Die Latschenöl-Brennerei der Firma Unterweger in Thal-Assling veredelt ätherische Öle und verkauft sie in alle Welt. 50 Arbeitnehmer freuen sich seit einem halben Jahr über eine Viertagewoche. Früher wurde am Freitag halbtags gearbeitet, heute wird die Arbeitszeit auf vier Tage verteilt. Dadurch stieg die Produktivität, berichtet Firmenchef Michael Unterweger, weil die Arbeit am Freitag immer schleppend von der Hand ging.

Zum 1. Mai: Acht-Acht-Acht!

Seit 1890 wird weltweit der 1. Mai als internationaler Kampftag der Arbeit_innen gefeiert. Die Geschichte des 1. Mai ist eng mit der Forderung nach Arbeitszeitverkürzung verknüpft. Schon im Mai 1886 streikten US-Arbeiter_innen für den Acht-Stunden-Arbeitstag. Der Streik wurde von der Staatsgewalt blutig niedergeschlagen. Zwei Jahre später brachten die US-Arbeiter_innen erneut ihre Forderung zum Ausdruck. Die Wahl fiel nicht zufällig auf den 1. Mai. Dieser war ein „Moving Day“, ein traditioneller Stichtag für Änderungen von Arbeitsverträgen und Arbeitsplatzwechsel.

Arbeitszeitverkürzung: Stillstand seit 1975

Die Länge der Arbeitszeit ist seit Beginn der Arbeiter_innenbewegung Spielball der Interessen. Während die Arbeiter_innen immer wieder als Ausgleich ihrer gestiegenen Produktivität eine Verkürzung dieser fordern, wollen Unternehmer_innen diese an die Bedürfnisse ihrer Betriebe angepasst sehen und möglichst flexibel gestalten. Solange die Arbeitszeitverkürzung mit Nachdruck verfolgt wurde, gelang es immer wieder eine kürzere Arbeitszeit umzusetzen.

Innsbruck Spitzenreiter beim Frauenvolksbegehren

Mit 4.4. wurden die gesammelten Unterstützungsunterschriften für das Frauen*Volksbegehren 2.0 beim Innenministerium eingereicht und somit die offizielle Einleitung des Volksbegehrens gestartet. Der Innenminister gibt nun bis Ende April das Datum der Eintragungswoche bekannt. Laut gesetzlicher Vorgaben kann dies zwischen Mitte Juni und Ende Oktober sein.

GLB: Schere zwischen Überstunden und Teilzeit schließen

250 Millionen Über- und Mehrstunden im Jahre 2017, davon 45 Millionen Stunden ohne Bezahlung, weder in Form von Geld noch als Zeitausgleich, sind ein klares Argument für die Notwendigkeit einer raschen und allgemeinen Arbeitszeitverkürzung, konstatiert Josef Stingl, Bundesvorsitzender der Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB).

»Im Streik echt was riskiert«

Beschäftigte der österreichischen Sozialwirtschaft haben ersten Arbeitskampf hinter sich. Tarifergebnis liegt vor – aber nicht alle sind zufrieden damit

Aschermittwoch-Gedanken

Eigentlich schätze ich ihn – vor allem sein soziales Engagement für Flüchtlinge, Mindestsicherungs- und Notstandsbezieher_innen. Erst kürzlich bezeichnete er richtigerweise die Abschaffung der Notstandshilfe als „größten Sozialabbau in der Geschichte unseres Sozialstaates“.  Die Rede ist von Erich Fenninger.