Tag Archives: Tirol

Mitbestimmung unerwünscht!

Obwohl ab fünf Beschäftigten gesetzlich verpflichtet, haben längst nicht alle Betriebe einen Betriebsrat. »Wir brauchen keinen Betriebsrat, weil bei uns ohnehin alles passt, bzw. weil wir alles mit unserer Chef_in bereden und regeln können«, so oder ähnlich wird oft von den Beschäftigten das Fehlen eines Betriebsrates begründet. Meist hat es aber andere Gründe: Angst um den Arbeitsplatz, Bequemlichkeit oder das sich darauf verlassen, dass eine andere Kolleg_in oder die Gewerkschaft sich ohnehin darum kümmern werden, dass ein Betriebsrat geschaffen wird.

Filmtipp: DER JUNGE MARX

»Der junge Karl Marx« fängt stark an: Polizisten durchkämmen ein Waldgebiet, in dem abgerissene Typen Bruchholz sammeln, (was Mitte des 19.Jahrhunderts Diebstahl war). Das könnten auch Menschen in heutiger Zeit sein, prekarisierte, osteuropäische Arbeiter. Auch sonst gibt’s Parallelen en masse, nur eben anders: Die Pauperisierung der damaligen Massen und das Prekariat von heute.

Olympia-Bewerbung: Kennen Innsbrucker Gemeinderät_innen ihr eigenes Stadtrecht nicht?

Der Innsbrucker Gemeinderat hat am Donnerstag eine eigene Innsbrucker Volksbefragung über die Bewerbung für die Olympiade 2026 mehrheitlich abgeschmettert und hat lautstark hinausposaunt, dass ein Veto Innsbrucks »rechtlich ein Ding der Unmöglichkeit« sei. Es könne nur eine Tirol-weite Volksbefragung geben, bei der nur das Gesamtergebnis zähle.

Heute Sölden, morgen Wipptal

Eine Studie des WWF hat vier Jahrzehnte Skitourismus untersucht und rund 1.000 Skigebiete hinsichtlich ihres ökologischen Fußabdrucks verglichen. Das Skigebiet Sölden schnitt alpenweit mit dem größten Fußabdruck am schlechtesten ab. Es geht um Flächenverbrauch, Rodungen, Planierungen, Erosionsflächen und Beschneiung. Besonders schädlich sind vor allem die Mega-Ski-Resorts in hohen Lagen.

Bankangestellte protestierten vor Wirtschaftskammer

Tiroler Betriebsräte haben heute vormittag in Innsbruck für mehr Gehalt demonstriert – und zwar direkt vor der Wirtschaftkammer in der Innsbruck Meinhartstraße. Hintergrund dieser Aktion: Bei der derzeit laufendend KV-Verhandlungen der Bankangestellten. Die GPA-djp forderte zuletzt 1,60 Prozent mehr Gehalt. Die Bankenbosse boten 0,8 Prozent plus 6,50 Euro.

Im freien Fall…

Die Europabrücke galt bei der Eröffnung im Jahre 1963 als Herzstück der Brennerautobahn (A13) und wurde als Jahrhundertprojekt gefeiert. Heute würden sich viele freuen diesem Jahrhundertwerk entwichen zu sein. Die Brücke ist heute das Symbol für die verkehrte Verkehrspolitik, der im eigenen Land und der in der Europäischen Union. „Der Traum von der schnellsten und bequemsten Alpentransversale löste sich auf im Rauch der Abgase von Millionen Lastwagen und Autos, die fortan Jahr für Jahr im Nord-Süd-Verkehr durch Tirol rollten“, meinte am 1. Juni 2013 dazu treffend Mario Zenhäusern im Leitartikel der „Tiroler Tageszeitung“.

Alles Verkehr(t)

Wer kann sich noch erinnern? Als vor einigen Jahren die Einsatzfahrzeuge vom Pannenstreifen in die Rettungsgasse umgeleitet wurden, gab es böse, bitterböse Unkenrufe. Die ewigen »Schwarzseher_innen« befürchteten den stillen Einstieg in die dritten Autobahnspur. Herrschende Politik und ihre Straßenverwaltungspartnerin, die ASFINAG, hatten dies sofort vehementest dementiert. Jetzt ist es soweit! Der Ruf nach einer dritten Spur auf der Inntalautobahn (A 12) wird lauter.

Die Jugend von heute hats auch nicht einfach…

Eine aktuelle österreichische Untersuchung besagt, dass Jugendliche zu viel Alkohol trinken. 30 Prozent  berichten über eine „leichte“ Depression. 75 Prozent machen sich häufig Sorgen. Kein Wunder, wenn man bedenkt, welche Werte die heutige Konsumgesellschaft vermittelt, die sich hauptsächlich auf die pekuniären bezieht. (Money money money!) Brav Leistung zeigen in der Schule, sich unterordnen 21 Uhr. Ausweichen in teure Lokale ist die Alternative. Heutzutage studieren ist auch kein Zuckerschlecken mehr. Verschulte, verkürzte Studiengänge prägen den Zeitgeist. In sowenig Zeit wie möglich die Studierenden durchschleusen und für die akademische Maloche fit machen, heißt die Devise. (Wenn sie überhaupt einen Job finden.)

Erst Mateschitz, dann Müller, jetzt auch Hornbach

Obwohl gesetzlich verpflichtet, haben längst nicht alle Betriebe einen Betriebsrat. Nicht genug, gehäuft sind Beschäftigte, die einen Betriebsrat gründen möchten, mit der Kündigung konfrontiert. „Arbeitgeber_innen behaupten dann zwar regelmäßig, dass die Kündigung rein gar nichts mit der Betriebsratsgründung zu tun habe. Allerdings sind die zeitlichen Abläufe meistens so auffallend, dass klar wird, dass es ohne das Thema ,Betriebsratsgründung‘ wohl nie zu einer Kündigung gekommen wäre“, mokiert die AK-Tirol.

Zwischen Sensation und dahinter die Sintflut

Seit 1. März gibt’s in Tirol den neuen Kollektivvertrag für rund 1.000 Erntehelfer_innen, vorwiegend aus Osteuropa. Josef Schirmer, Obmann der Tiroler Gemüsebäuer_innen, bewertet euphorisch den neuen KV als „Sensation“, immerhin bringe der Kollektivvertrag Verbesserungen für die Ernte­helfer_innen nicht nur organisatorischer, sondern auch finanzieller Natur, ihr Netto-Stundenlohn wurde von 5,72 auf 6 Euro angehoben. Denn ihm und allen Beteiligten sei klar: Ohne die osteuropäischen Erntehelfer_innen ist der Gemüse- und in weiterer Folge Obstanbau in Tirol nicht bewältigbar.