Tag Archives: Überstunden

Wirtschaft hat keine Lösungskompetenz für Beschäftigung

„Es ist schon bemerkenswert, wie zynisch sich die Verfechter der „freien Marktwirtschaft“ abputzen, wenn es um die Bewältigung der Arbeitslosigkeit geht“, meint Josef Stingl, Bundesvorsitzender der Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB).

Werden einerseits stets staatliche Regelungen oder Eingriffe in die Wirtschaft heftig kritisiert und verlangt, man solle die Problemlösung dem Markt überlassen, so wird mit einer wachsenden Intensität die Verantwortung für eine möglichst hohe Beschäftigung seitens der Wirtschaft in Abrede gestellt und dafür allein der vielgeschmähte Staat verantwortlich gemacht. Jüngste Beispiele dafür sind die Erklärungen von NEOS, FPÖ und ÖVP zur Juli-Bilanz des Arbeitsmarktes.

Jetzt schlägt’s 13!

Unbenannt 1(Über den Dominoeffekt der Flexibilisierung am Beispiel des Arbeitszeitmodells der Metallerinnen aus „Volksstimme“ Nr. 7-8 August 2016)

Die Länge der Arbeitszeit ist seit jeher ein umstrittenes Thema. Auf der Unternehmensseite steht der Wunsch das „Humankapital“ möglichst kostengünstig günstig einsetzen zu können, auf der Seite der Lohnabhängigen das Anliegen, ihre ständig steigende Arbeitsleistung nicht nur bei der Entlohnung, sondern auch durch die Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich vergütet zu bekommen.

Jubel der Industrie und ihrer Vasallen über Flexibilisierung

Wenn Christian Knill, Boss des Fachverbandes der Maschinen-, Metallwaren- und Gießereiindustrie (FMMGI) eine Vereinbarung als „ein Beispiel gelebter Sozialpartnerschaft“ bejubelt, kann sie kaum gut für die Beschäftigten sein, meint Josef Stingl, Bundesvorsitzender der Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB) zu dem jetzt mit den Gewerkschaften PRO-GE und GPA-djp vereinbarten Zeitkontenmodell.

Wir sind Frankreich: Das Runde ins Eckige!

Auch wenn sich Fußballfans jetzt freuen, muss ich enttäuschen: Jetzt geht`s nicht um die schönste Nebensache der Welt, sondern dass auch wir wie der „neue“ Kanzler und sein „alter“ Vize „Klartext“ sprechen!

Einfach nur zynisch

Anfang April 2014 hieß es: In Zukunft soll ein Arbeitstag mit maximal zwölf Stunden pro Tag „leichter und häufiger möglich sein“. Das sollte aber nur bei Gleitzeitvereinbarungen und bei Dienstreisen gelten. „Sozialpartner Gewerkschaft“ zeigte sich verhandlungsbereit, aber nur dann, wenn der 12-Stunden-Arbeitstag gegen die sechste Urlaubswoche abgetauscht wird.

Arme Raben, faule Bienen?

Dieser Tage krächzte „der Rabe“ wieder einmal kräftig. In der TT weinte er herzzerreißend, dass seine Arbeitsbienen nach Abzug der Sams- und Sonntage, Urlaub und durchschnittlichen Krankenstand nur sieben Monate im Jahr für ihn fliegen würden. Die restlichen fünf Monate verbringen sie faul in ihrem Bienenstock. Und, welch Katastrophe, ihre Interessengemeinschaft, die Gewerkschaft, will ihnen jetzt mit einer sechsten Urlaubswoche und einer flächendeckenden Freizeitoption noch zehn weitere Tage zum Faulenzen verschaffen.

Hallo, hier stimmt doch was nicht!

Dieser Tage wurden die neuesten Zahlen zur Arbeitslosigkeit in Österreich veröffentlicht. Ende April waren 419.875 Personen ohne Job. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition stieg auf 9,1 Prozent, nach EU-Definition sind’s „nur“ 5,8 Prozent.

Michl pointiert?

„Wien Geschichte Wiki“, ein Service der Stadt Wien schreibt: „Ferdinand Hanusch, im Parlament, als sozialdemokratischer Abgeordneter, setzte er sich für den Achtstundentag ein. 1921 wurde Hanusch zum Direktor der Wiener Arbeiterkammer berufen, wo er Gelegenheit hatte, die auf seine Initiative zurückgehenden neuen Gesetze in der Praxis anzuwenden.“

GLB: Innsbrucker Bürgermeisterin droht Anzeige!

„TirolerInnen leisten pro Jahr rund 6,4 Millionen unbezahlte Überstunden. Das liegt an den mangelnden Kontrollen bei Verstößen gegen die Arbeitszeitregelungen“, kritisierte im August des Vorjahres der stellvertretende Tiroler ÖGB-Vorsitzende Gerhard Mayr. Die Bereitschaft vieler TirolerInnen unbezahlte Überstunden zu leisten, liegt in der wachsenden Angst vieler Arbeitnehmer-_innen ihren Job zu verlieren. Es bedarf daher dringend Kontrollen von außen, dass sich TirolerInnen nicht zu unbezahlter Mehrarbeit oder Überstunden drängen lassen“, war der Schluss des ÖGBs.

Was hat sich seither verändert? „Nichts, trotz monatlicher Rekordarbeitslosigkeit dreht sich das Überstundenkarussell unentwegt weiter. Jetzt will auch die Stadtgemeinde Innsbruck aufspringen“, befürchtet der Bundesvorsitzende des Gewerkschaftlichen Linksblock (GLB) Josef Stingl. Selbige hat eine Jagd im Samertal. Künftig betreibt die Stadt Innsbruck diese Jagd selber. Der zusätzliche Personalbedarf wird laut Bezirksforstinspektor Andreas Wildauer der Stadtgemeinde nichts kosten. Diesen Mehraufwand werde ein städtischer Bediensteter in seiner Freizeit unentgeltlich übernehmen. Er wird die notwendigen Jagdschutzaufgaben zum Großteil am Wochenende in der Freizeit „ehrenamtlich“ machen.

„Egal ob der Gemeindebedienstete seine kostenlose Förstertätigkeit in der Leutasch wirklich freiwillig, oder vom Dienstgeber angeordnet verrichtet, es handelt sich dabei auf jedem Fall um gesetzlich verbotene, unbezahlte Überstunden. „Frau Bürgermeistererin sie sich dem Schwarzarbeits-Berufsfeuerwehrskandal und verzichteten sie darauf, anderenfalls ist ihnen als Dienstgeberin eine Anzeige beim Arbeitsinspekoriat meinerseits sicher“, schließt Stingl.