Tag Archives: Umwelt

Kurzsichtigkeit?

Am Donnerstag vor dem Nationalfeiertag staute es sich wieder mal in der Kranebitter Allee, im Mitterweg stadteinwärts, am Südring und sonstwo. Ein schönes Bild im feinstaubigen Dunst. Auch auf der Brennerautobahn staute sich – wie beinahe immer – der LKW Lindwurm, angereichert mit zig Kurzurlaubern, die ins lange Wochenend starteten.

Film-und Buchtipp THE GREEN LIE

Gibt man Begriffe wie „nachhaltig“ und „sustainability“ in die Suchmaschine ein, erhält man fast 300 Millionen Einträge. Inzwischen ist alles, was erwiesenermaßen umweltschädlich ist, zugleich auch nachhaltig und klimaschonend: Flugreisen, Pelzmäntel, Gentechnik, Kohlekraft, ja sogar Formel I- Autorennen.

Zillertalbahn in die Zukunft Wasserstoff betrieben

Die Zillertalbahn soll in Zukunft als erste Schmalspurbahn der Welt mit Wasserstoff fahren. Diese Entscheidung hat der Aufsichtsrat nach eingehender Variantenprüfung getroffen. Geht alles nach Plan, soll der Regelbetrieb bereits im Jahr 2022 aufgenommen werden. Der Fahrplan bis dorthin ist sportlich. Vom Test eines Prototyps bis hin zur Ausschreibung der Triebwagen und dem Aufbau der Wasserstoff-Produktionsanlage muss noch viel passieren.

Heute Sölden, morgen Wipptal

Eine Studie des WWF hat vier Jahrzehnte Skitourismus untersucht und rund 1.000 Skigebiete hinsichtlich ihres ökologischen Fußabdrucks verglichen. Das Skigebiet Sölden schnitt alpenweit mit dem größten Fußabdruck am schlechtesten ab. Es geht um Flächenverbrauch, Rodungen, Planierungen, Erosionsflächen und Beschneiung. Besonders schädlich sind vor allem die Mega-Ski-Resorts in hohen Lagen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt…

Europas Frächter bevorzugen die Straße. Dafür werden Umwege in Kauf genommen, um den rigiden Schweizer Mautbestimmungen aus dem Weg zu fahren. Die neuesten Zahlen dazu liefert der ORF:

„Mehr als 1,4 Millionen Sattelschlepper und Lkw-Züge rollten heuer bisher über den Brenner. Der Transitverkehr legte damit nach zwei Dritteln des Jahres bereits um mehr als 100.000 Fahrzeuge zu. Bleibt es bei dieser Entwicklung, wird heuer die Zwei-Millionen-Marke bei den Transit-Lkws auf der Brenner-Autobahn klar übertroffen. Abzuwarten ist, inwieweit das neue Sektorale Fahrverbot für bestimmte Transporte wie Rundholz, Erz, Abfall oder andere Massengüter den Schwerverkehr durch Tirol einbremst.“

Die wundersamen Tarife der IVB

Zugegeben: Neu ist die Reform des Ticketangebotes der IVB nicht. Bereits im Januar erhielt ich ein Angebot, gegen Aufpreis auf das günstigere Jahresticket umzusteigen, das sich in der Kosten-Nutzen-Rechnung weitaus besser machen würde.

VCÖ warnt vor höherer Mehrwertsteuer auf Öffi-Tickets

Der VCÖ weist darauf hin, dass österreichweit für mehr als 4,2 Millionen Menschen ihre Mobilität durch eine Steuererhöhung auf Öffi-Fahrkarten teurer werden würde. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Fahrkarten des Öffentlichen Verkehrs von derzeit 10 auf 13 Prozent würde das Öffi-Fahren um 2,7 Prozent teurer machen. Zusätzlich zu den infolge der Inflation ohnehin jährlichen Preissteigerungen. Für längere Pendlerstrecken, Landeck/Innsbruck, würde das zu Mehrkosten von rund 30 Euro führen.

Zusätzlich wären auch Eltern von Schülerinnen und Schüler unter 16 Jahren von der Preiserhöhung betroffen. Besonders kritisch an dieser Steuererhöhung: Niedrigere Einkommen wären besonders stark betroffen. Während laut Statistik Austria 30 Prozent der Personen aus Haushalten mit niedrigem Einkommen täglich oder mehrmals die Woche öffentliche Verkehrsmittel nutzen, sind es bei den Haushalten mit hohem Einkommen nur rund 25 Prozent und bei Haushalten mit mittlerem Einkommen nur 22 Prozent. Insgesamt nutzen zwei Drittel der Personen aus Haushalten mit niedrigem Einkommen öffentliche Verkehrsmittel.

Und auch aus ökologischer und ökonomischer Sicht sind höhere Steuern auf Fahrkarten des Öffentlichen Verkehrs kontraproduktiv: Wer beispielsweise als Pendler_in mit Bahn oder Bus statt mit dem Auto zur Arbeit fährt, trägt zur Verringerung von Verkehrs- und Umweltproblemen bei: Es ist ein Beitrag, Staus und Parkplatzprobleme zu reduzieren, der Ausstoß von klimaschädlichem CO2 und von gesundheitsschädlichen Schadstoffen wie Feinstaub und Stickoxide wird verringert, die Verkehrssicherheit wird erhöht und damit sinken die Unfallfolgekosten.