Tag Archives: Wirtschaft

Win-Win-Situationen

Das Schwert des Damokles schwebt über den Köpfen der Lohnabhängigen. Der Unternehmer Habgier verlangt ein Mehr, Mehr und nochmals Mehr an Profit. Arbeitszeitgesetz und Überstundenzuschläge stehen da im Weg. Flexibilisierung heißt ihr Zauberwort: Seit Jahren steht sie zwar auf der Tagesordnung, die Normal-Arbeitszeit wurde in Salamitaktik scheibchenweise immer weiter ausgedehnt. Angeblich eine Win-Win-Situation für ihre Mitarbeiter_innen, denn diese brauchen sich keine unnötigen Gedanken machen, wie und wo sie ihre Überstundenzuschläge verprassen könnten.

Flexibilität – (k)ein Märchen aus 1001 Nacht

Der 12-Stunden-Arbeitstag bringt eine Win-Win-Situation für Betrieb und Beschäftigte. So zumindest argumentieren gerne die Unternehmen: Denn wer ein »bisserl mehr arbeitet«, der kann sich später mehr zusammenhängende Freizeit gönnen. Stimmt das wirklich so?

Frei am Karfreitag: Jetzt muss Europäischer Gerichtshof entscheiden

Derzeit ist der Karfreitag nur für Angehörige des evangelischen Glaubens ein Feiertag. Eine Klage könnte dies nun aber ändern – und für einen zusätzlichen Feiertag sorgen. 13 gesetzliche Feiertage gibt es derzeit in Österreich, damit liegt man im europäischen Vergleich im Mittelfeld. Dennoch könnte es bald zu einem zusätzlichen Feiertag für alle Österreicher kommen.

Entpartnerung

Dass die vielgepriesene Sozialpartnerschaft von der Wirtschaft gerne für obsolet erklärt wird, ist nichts neues – zur Opitmierung ihres Profits ist ALLES erlaubt – Schandlöhne und -gehälter inklusive. Der neue KV der Wiener Werbewirtschaft ist dafür nur ein Synonym: Plus 1,33 Prozent und ein freier Tag sind das magere Ergebnis. Dass danach aber öffentlich auch zwischen den Vertreter_innen des »Partners Unternehmer« heftig kracht kommt selten vor. Anlass eben besagter Kollektivvertrag für die Wiener Werbewirtschaft.

Verdi-Chef Frank Bsirske: „Freier Sonntag ist schützenswertes Gut“

Verdi-Chef Frank Bsirske fordert höhere Beiträge zur Rentenversicherung 
und verteidigt die Klagen seiner Gewerkschaft gegen verkaufsoffene Sonntage. Hier ein Auszug aus dem Interview, das gesamte Interview findet ihr unter www.lz.de.

Denkfabrik irrt: Zwischen Teilzeit und Reallohn

Schön, oder besser gesagt nicht schön, dass die liberale »Denkfabrik Agenda Austria« denkt, dass die realen Löhne in Österreich entgegen anderslautenden Studien nicht sinken würden und diese anderswertende Aussagen über kaufkraftbereinigte Löhne seien »irreführend«. Dabei bezieht sich die Denkfabrik auf den Anteil der Teilzeitbeschäftigten, denn diese senken den realen Median-Lohn.

Arbeiterkammer erinnert an ÖGB-Mindestlohnforderung von 1.700 Euro

Als begrüßenswert bezeichnet Josef Stingl, Bundesvorsitzender der Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB), dass jetzt die oberösterreichische Arbeiterkammer daran erinnert, dass die offizielle Forderung des ÖGB ein Mindestlohn von 1.700 Euro brutto für Vollzeitarbeit ist.

FSG: Gelebte Solidarität?

In ihrem Statut bekennt sich die FSG dazu, dass sie sich »in den Arbeiterkammern und den selbstverwalteten Einrichtungen der Sozialpolitik sowie in der Öffentlichkeit auf der Grundlage sozialdemokratischer Grundsätze für die Anliegen und Interessen der unselbstständig beschäftigten Menschen einsetzt«.

(Neoliberale) Trendwende am Arbeitsmarkt

Erstmals seit fünf Jahren weist die offizielle Statistik einen Rückgang der Arbeitslosigkeit aus, sogar in Wien. Ende März waren inkl. Schulungsteilnehmer_innen rund 430.000 Menschen ohne Job, um 1,8 Prozent weniger als vor einem Jahr. Gleich wird gejubelt: »Jetzt ist sie aber wohl wirklich da, die Trendwende am Arbeitsmarkt«, so Johannes Kopf, Vorstandsmitglied des Arbeitsmarktservice (AMS) zu den März-Zahlen 2017. Für Sozialminister Alois Stöger zeigen die besseren Daten, »dass die Maßnahmen der Bundesregierung wirken«.

»Fünf minus«

Und wieder ein Kollektivvertrag, bei dem die Regierungsforderung nach einem 1.500 Euro Mindestlohn verschleppt wird. Ich erinnere, die Bundesregierung verlangt von den Sozialpartner_innen diesen bis spätestens Ende des Jahres. Zuerst ritterten die Gastronomen auf einen eigenen Parcours: 1.500 Euro erst ab Mai 2018 war ihr Ergebnis! Die Zunft der Haar-Cuter gewann den Wettbewerb, sie zahlt den Mindestlohn erst ab dem Jahr 2019.